Man hört immer wieder von Menschen, die Rohkost scheinbar nicht richtig vertragen. Natürlich kann es sein, dass für bestimmte Typen eine warme Mahlzeit bekömmlicher ist, jedoch ist der Grund für eine vermeintliche Unverträglichkeit meist ein anderer. Eine schlechte Kombination oder Reihenfolge, in der Lebensmittel zu sich genommen werden wirkt sich vor allem in der Rohkost sehr stark auf den Körper aus. Völlegefühl, Blähbauch, vermehrtes Aufstoßen und ein generelles Unwohlsein können Anzeichen dafür sein, dass beim Food Combining etwas nicht stimmt.

Was ist Food Combining?

Food Combining bedeutet übersetzt in etwa „richtige Lebensmittelzusammenstellung“. Es geht hier also vorrangig darum, die Nahrung so zusammenzustellen, dass sie bestmöglich verdaut werden kann. Man sieht sich dabei die Verdauungszeiten der einzelnen Lebensmittel genauer an und kombiniert sie dementsprechend. Vor allem der Wassergehalt der einzelnen Nahrungsmittel spielt eine essentielle Rolle in der Verdauungszeit. Grob gesagt gilt folgendes: Je höher der Wassergehalt eines Nahrungsmittels, desto schneller wird es verdaut.

Da es sich bei der Rohkost um die natürlichste und am wenigsten behandelte Art der Ernährung handelt, ist es naheliegend, dass die Verdauungszeiten eine wesentlich größere Rolle spielen, als wenn man sich von gekochten Speisen ernährt. Ein Fruchtsalat ist beispielsweise eine komplexe Ansammlung an Melonenfrüchten, sauren, süßen und halbsauren Früchte. Alle besitzen einen unterschiedlichen Wassergehalt. Isst man jedoch einen Porridge mit gekochten Früchten, hat man durch das Kochen bereits den Wassergehalt verändert und ein weitestgehend einheitliches Gericht geschaffen.

Warum Food Combining so wichtig ist

Stell dir vor, du isst einen großen Teller Bananen und Datteln. Kurze Zeit später isst du noch einige Scheiben Wassermelonen. Schon nach kurzer Zeit wirst du merken, dass etwas in deinem Magen nicht stimmt. Die Bananen und Datteln, die du früher gegessen hast und die sich daher am unterem Ende deiner Verdauung befinden, blockieren den Weg für die schnell verdaubare Melone. Die Melone beginnt somit auf der Schicht aus Bananen und Datteln leicht zu gären. Die Folge sind ein aufgeblähter Bauch und ein unangenehmes Gefühl. Natürlich kann es auch sein, dass du damit gar keine Probleme hast. Die meisten Menschen reagieren jedoch eher empfindlich auf die falsche Kombination aus Lebensmitteln und der falschen Reihenfolge.

So kombinierst du richtig

Als Grundregel kannst du dir folgendes merken: Iss zuerst die stark wasserhaltigen Lebensmitteln und arbeite dich im Laufe deiner Mahlzeit zu den wasserarmen Lebensmitteln durch. Außerdem solltest du vermeiden, während einer Mahlzeit zu trinken. Durch die Zufuhr von zusätzlicher Flüssigkeit wird die Magensäure verdünnt und somit die Verdauung verlängert. Grundsätzlich ist es für die Verdauung am besten, wenn du deine Nahrungsmittel als Monomeals konsumierst. Das bedeutet, dass du in einer Mahlzeit nur eine bestimmte Frucht isst. Ein Beispiel wäre ein halbes Kilo Kirschen. Da dies aber nicht immer umsetzbar ist, und vor allem die Kombination von Nahrungsmittel für regelrechte Geschmacksexplosionen sorgt, nachfolgend einige wertvolle Tipps, wie du deine Nahrung am besten kombinieren kannst.

Melonen

Melonen haben einen Sonderstatus. Da ihr Wassergehalt deutlich höher ist als bei anderem Obst solltest du sie ausschließlich als Monomeal und am besten vor anderen Gerichten genießen. Wassermelonen Scheiben als Nachtisch sind also keine so gute Idee, vielleicht hast du das schon mal selbst bemerkt.

Obst

Obst kann man grundsätzlich in drei Gruppen einteilen: säurehaltiges Obst, etwas säurehaltiges Obst und süßes Obst. Je saurer das Obst, desto mehr Flüssigkeit (Zitronen, Orangen, Grapefruits) und je süßer das Obst desto weniger Flüssigkeit (Bananen, Datteln, Trockenfrüchte) enthält es.
Außerdem gibt es noch fettes Obst wie etwa Avocados, Kokosnüsse, Oliven oder Durian.

  • Säurehaltiges Obst: Zu säurehaltigem Obst zählen alle Zitrusfrüchte und Beerenfrüchte. Am besten kombiniert man sie untereinander oder mit etwas säurehaltigem Obst. Außerdem kann man sie auch mit grünem Blattgemüse kombinieren.
  • Etwas säurehaltiges Obst: Hierzu zählen Äpfel, Birnen, Pflaumen, Mangos, Pfirsiche und Papayas. Etwas säurehaltiges Obst ist besonders vielseitig und kann sowohl mit säurehaltigem als auch mit süßem Obst und grünem Blattgemüse kombiniert werden.
  • Süßes Obst: Zum süßen Obst zählen Bananen, Datteln, Trockenfrüchte, Feigen und Kakis. Sie können mit etwas säurehaltigem Obst und grünem Blattgemüse kombiniert werden.
  • Fettes Obst: Fetthaltige Obstsorten kombinierst du am besten mit Nüssen und Samen, Hülsenfrüchten und Sprossen, stärkearmen Gemüsesorten sowie mit grünem Blattgemüse.

Gemüse

  • Grünes Blattgemüse: Grünes Blattgemüse ist der absolute Allrounder und kann mit allem kombiniert werden. Ob mit Obst als grüner Smoothie, als Salat oder zu Getreide, Sprossen, Nüssen und Samen; hier musst du dir keine Gedanken machen.
  • Stärkearmes Gemüse: Zu stärkearmen Gemüse zählt Fruchtgemüse wie Tomaten, Zucchini sowie Kohlgemüse. Dieses Gemüse kannst du mit Bohnen und Sprossen, Getreide, stärkehaltigem Gemüse, Nüssen und Samen sowie mit grünem Blattgemüse und säurehaltigem und fettem Obst kombinieren.
  • Stärkehaltiges Gemüse: Hierzu zählen alle Wurzelgemüsesorten sowie auch Kartoffeln. Dieses Gemüse kannst du mit stärkearmem Gemüse, Getreide, grünem Blattgemüse und Bohnen und Sprossen kombinieren.

Getreide und Hülsenfrüchte

  • Getreide: Getreide verträgt sich mit allen Gemüsesorten sowie auch mit Hülsenfrüchten und Sprossen wunderbar.
  • Hülsenfrüchte und Sprossen: Diese Lebensmittel lassen sich gut mit Getreide, fettem Obst und allen Gemüsesorten kombinieren.

Nüsse und Samen

Nüsse und Samen kombiniert man am besten mit säurehaltigem und fettem Obst, grünem Blattgemüse, sowie mit stärkearmem Gemüse.

Diese Regeln sind natürlich kein starres Konstrukt an das du dich zu 100% halten musst. Es kann auch sein, dass es deinem Körper nichts ausmacht, wenn du zum Beispiel einen gemischten Obstsalat mit Nüssen isst. Jeder Körper reagiert unterschiedlich. Während die einen empfindlicher sind, reagieren die anderen kaum. Diese Richtlinien und Tipps sollen dir eine Hilfestellung sein, falls du zu Problemen neigst und daraus resultierende, unangenehme Körpergefühle vermeiden möchtest.
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