Eier gelten seit vielen Jahren als Grundnahrungsmittel. Mikronährstoffe und hochwertiges Eiweiß sollen das Ei zu einem sehr gesunden Lebensmittel machen. Das Hühnerei stand kurzzeitig unter Beschuss, da es viel Cholesterin beinhaltet und so auch zu erhöhten Blutfettwerten führen soll. Diese Beschuldigung wurde aber in den letzten Jahren wieder zurückgenommen. Was stimmt jetzt wirklich? Sind Eier gesund oder doch nicht?

Was steckt im Ei?

Ein Ei enthält rund 3/4 Wasser und über 10% Eiweiß sowie rund 10% Fett. Im ganzen Hühnerei steckt außerdem Kalzium, Selen, Eisen, Vitamin A, B2, B12, D und K. Es besitzt außerdem die höchste biologische Wertigkeit in Sachen Eiweiß, die ein Nahrungsmittel besitzen kann.

Kalorien137 kcal
Eiweiß11,9 g
Kohlenhydrate1,5 g
Fett9,3 g
Ballaststoffe0 g
Vitamin A0,28 mg
Vitamin D2,93 μg
Vitamin E1,96 mg
Vitamin B121,9 μg
Vitamin B60,08 mg
Eisen1,8 mg
Zink1,5 mg
Magnesium11 mg
Mangan0,1 mg
Schwefel180 mg
Kalium147 mg
Kalzium51 mg
Phosphor210 mg

(Angaben pro 100g von fddb.info)

Eier sind die Cholesterin-Quelle Nummer 1

In der westlichen Ernährung ist das Hühnerei die ungeschlagene Nummer 1, wenn es um Nahrungscholesterin geht. In diesem Zusammenhang wird oftmals auf eine Studie aus dem Jahr 1971 verwiesen, welche gezeigt hat dass dieses Nahrungscholesterin kaum Auswirkungen auf den Cholesterinwerte im Blut hat. Doch diese Studie umfasste nur 8 Menschen.

Wirft man einen Blick auf viele andere Studien und fasst diese zusammen, so kommt man bei mehreren hundert Studienteilnehmern zu einem anderen Ergebnis. Und zwar dass sich die Cholesterinwerte durch Nahrungscholesterin, wie es im Ei enthalten ist, deutlich verschlechtern. Ein extremes Beispiel hat gezeigt, dass sich das Cholesterin innerhalb von nur drei Wochen deutlich senken lässt sobald man die Eier aus der Ernährung weglässt.

Eier und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine Meta-Analyse von unterschiedlichen Studien hat gezeigt, dass jene Teilnehmer, die Eier essen, ein erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkankungen zu leiden, von rund 20% besitzen. Zudem zeigte sich ein um 68% erhöhtes Risiko für Diabetes und ein um 85% erhöhtes Risiko speziell für Herzkrankheiten. Und das nicht einmal bei einem übermäßigen Verzehr von Hühnereiern. Bereits ein halbes Ei am Tag zeigt schon Auswirkungen.

Kein Wunder also, dass die American Heart Association Erwachsenen empfiehlt, den Ei-Konsum einzuschränken, um eine der häufigsten Todesursachen, sämtliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vorzubeugen.

Du möchtest wissen, wie man Eier optimal ersetzt? Dann lies am besten Eiersatz: So ersetzt du Eier richtig.

Lutein und Zeaxanthin in Eiern

Immer wieder werden die beiden Inhaltsstoffe Lutein und Zeaxanthin in Eiern hervorgehoben. Diese sollen unter anderem vor Makuladegeneration schützen. Daher werden auch viele Hennen mit Alfalfa und sogar Ringelblumen gefüttert, um das Vorkommen dieser Inhaltsstoffe zu erhöhen. In Folge werden dann Eier zum Schutz der Sehkraft empfohlen.

Jedoch beinhalten Eier im besten Fall maximal 250 Mikrogramm Lutein und Zeaxanthin. Karotten besitzen über 1.000 und Grünkohl sogar 24.000 Mikrogramm. Es wäre also sinnvoller, mehr Gemüse und Grünzeug zu essen, um die Sehkraft zu schützen.

Eier und Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes betrifft 1 von 10 Frauen und bisher wurde die Rolle des Eis in der Ernährung kaum beachtet. Eine neue Studie hat jedoch herausgefunden, dass nur ein Ei am Tag das Risiko verdoppeln kann. Das Fazit der Forscher ist ernüchternd: Eine hohe Cholesterin-Zufuhr und der erhöhte Konsum von Eiern wird während der Schwangerschaft mit Schwangerschaftsdiabetes in Verbindung gebracht. Auch Kleinkinder sollten auf Eier verzichten, da hier die Gefahr von allergischen Reaktionen sehr groß ist.

Gefahr von Salmonellen

Bei rohen und halbrohen Eiern kann es zu einer Salmonellen-Infektion kommen. Aus diesem Grund sollte man auf jeden Fall auf den Verzehr von rohen Eiern verzichten – auch wenn vor allem in der Fitness- und Paleo-Szene rohe Eier als Superfood angepriesen werden. Besonders wenn Eier länger gelagert werden, können sich die Salmonellen vermehren. Am besten greift man jedoch wenn man nicht auf Eier verzichten möchte, ohnehin auf regionale Eier direkt von Bauernhof in Bio-Qualität zurück.

Arachidonsäure in Eiern

Die Arachidonsäure ist eine Omega 6-Fettsäure, welche nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Aus dieser Fettsäure bildet der Körper in Folge Botenstoffe für Entzündungen. Diese wiederum können Entzündungen in den Gelenken begünstigen. Je mehr Arachidonsäure zugeführt wird, desto mehr Botenstoffe werden gebildet. Im Ei sind auf 100g rund 200mg enthalten, das ist sogar deutlich mehr als in Schweinefleisch (120mg/100g). Die aktuelle Forschung zu dem Zusammenhang zwischen Arachidonsäure, Rheuma und Entzündungen ist bisher noch unklar. Dennoch deuten auch diese Vermutungen daraufhin, dass man auf einen übermäßigen Eierkonsum verzichten sollte.

1 Ei täglich entspricht 25.000 Zigaretten?

Eine weitere Studie aus Harvard hat die Auswirkungen auf die Gesundheit von Eiern mit Zigaretten verglichen. So soll ein Ei täglich das Leben gleich stark verkürzen wie 5 Zigaretten täglich über 15 Jahre lang. Darauf aufbauend hat eine im Fachjournal „Atherosclerosis“ publizierte Studie festgestellt, dass nur drei Eier oder mehr pro Woche das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigen lässt.

Quellen & Links

Keine Neuigkeiten mehr verpassen!

Jetzt für unseren kostenlosen Newsletter anmelden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*