Ein Hindernislauf (OCR) wie der Spartan Race verlangt mehr als reine Ausdauer. Kraft, Koordination, Geschick, Technik sind bei einem derartigen Wettbewerb zusätzlich zu der anspruchsvollen Laufstrecke gefragt. Für mich war der Spartan Sprint in München der erste Wettbewerb im Jahr 2017 und der vierte Spartan Race insgesamt nachdem ich mir letztes Jahr die Trifecta (jeweils einmal Sprint, Super und Beast) geholt habe.

Vorbereitung ist alles

Die Mission von Spartan Race liegt darin, die Menschen aus ihrer Komfortzone zu locken und von der Couch weg in die Natur zu bringen. Der Gründer Joe DeSena glaubt fest daran, dass man jeden Tag seinen „Referenzrahmen“ durch eine unbequeme Herausforderung (wie einem Lauf mit zusätzlichen Gewicht am Rücken) ändern sollte, um besser und gelassener durch das Leben zu gehen.

Anders als für einen Marathon oder 5km-Wettbewerb sollte man für einen Spartan Race nicht nur reine Lauftechnik und Ausdauer trainieren, sondern auch Kraft, Kraftausdauer, Koordination und vieles mehr. Schlussendlich geht es darum, Körper und Geist in allen Bereichen zu trainieren. Ich habe mich dabei ein wenig am Programm vom Spartan Fit orientiert und für rund zwei Monate spezifisch für den Spartan Sprint in Mpnchen trainiert. Ich habe an sechs Tagen die Woche ein bis zwei mal trainiert und jeweils einen aktiven Ruhetag eingelegt. Das bedeutete in der Regel dreimal die Woche CrossFit und dreimal Laufen. Ein wenig Yoga durfte auch nicht fehlen, um die Mobilität zu verbessern und die Regeneration zu optimieren. Zusätzlich habe ich untertags ein paar kleinere Übungen wie Pushups, Burpees oder Kettlebell-Swings eingebaut.

Deep inside each human being is a spirit that hungers for movement and for growth. A live and burgeoning ball of energy, the spirit naturally moves, expands, gyrates—dances, even—purely by virtue of its desire for freedom. (Joe DeSena, Gründer Spartan Race)

Quer durch den Olympiapark

Die vierte Auflage des Münchner Spartan Race fand über zwei Tage statt. Am ersten Tag fand der Spartan300 Sprint statt, am nächsten Tag folgte der Spartan Sprint und der Wettbewerb für die Spartan Juniors. Der Hindernislauf fand über rund 7,5km statt, auf der Strecke erwarteten die Läufer 25 Hindernisse (manche haben 30 gezählt, je nach Definition sind es also mehr), darunter auch neue und anspruchsvolle Hindernisse wie den Olympus und den Monkey Crawl.

Spartan Sprint München 2017
Der Olympiapark bietet eine einzigartige Strecke für den Spartan Sprint.

Die Strecke führte einmal quer durch den Olympiapark und hatte sogar einige Höhenmeter in sich. Ich habe rund 250hm gemessen, die man vor allem zu Beginn und im Stadium bewältigen musste. Auf der Strecke fanden sich überraschend viele Hindernisse. Von meinem ersten Spartan Sprint in Wiener Neustadt letztes Jahr war ich weniger gewohnt und daher eine relativ gute Zeit unter einer Stunde erwartet. Auch andere Athleten meinten, dass die Strecke anspruchsvoller war und mehr Hindernisse als im Vorjahr umfasste. Dieses Jahr gab es keinen Schlamm und keinen Stacheldraht. Deshalb landete man auch relativ sauber im Ziel. Dafür musste man einige Male durch den Ententeich im Olympiapark. Das kalte Wasser machte so manchen Teilnehmer Probleme, für andere war es eine erfrischende Abwechslung.

Competitive Heat

Da ich am liebsten so früh wie möglich starte und ich an den Hindernissen nicht so lange warten wollte wie letztes Jahr, habe ich mich für die Competitive Heat entschieden. Los ging es also direkt nach der Elite um 09:15 Uhr. Für meine Heat galten dich gleichen Regeln wie für die Elite-Athleten. Das bedeutet auch, dass ich alle Straf-Brupees selber machen musste und keine gegenseitige Hilfe erlaubt war. Die besten Athleten, darunter Charles Franzke auf dem erste Platz, konnten sich mit ihren Top-Zeiten in München für die EM und WM qualifizieren.

Spartan Sprint München 2017
Bei der Competitive Heat gelten die gleichen Regeln wie bei der Elite.

Alle Hindernisse beim Spartan Sprint 2017 in München

  1. Over-/Under Walls
  2. Memory Test
  3. Balance Beam
  4. Reifen flippen
  5. Log Carry (Baumstamm tragen)
  6. Inverted Wall
  7. Schwimmen
  8. Speerwurf
  9. Multirig
  10. Cargo Climb
  11. Balanceübung auf Wasser
  12. Seilklettern
  13. Traverse Walls (Klettern)
  14. Chain Carry (Kette tragen)
  15. Monkey Crawl
  16. Olympus (Klettern)
  17. Atlas Carry (Kugel tragen + Burpees)
  18. Sleight (Schlitten)
  19. Hercules Hoist (Flaschenzug)
  20. Sandbag Carry
  21. Slack Line
  22. Stairway to Sparta
  23. 9″ Wall
  24. Slippery Wall
  25. Fire Jump
Spartan Sprint München 2017
Nach ein paar Kilometern durfte bereits der erste Baumstamm getragen werden.

Fazit & Learnings

Der Spartan Sprint in München war für mich ein großartiger Start in die neue Saison. Neue Hindernisse, eine anspruchsvolle Strecke, super Stimmung und eine einzigartige Strecke machten den Lauf für mich zum ersten Höhepunkt im Frühling. Ich selbst bin mit meinem Ergebnis zufrieden, auch wenn ich für die Strecke etwa doppelt so lange wie der Sieger Charles Franzke benötigt hatte. Ich habe in meiner Altersgruppe den 174sten Platz (von 672) und insgesamt den 987sten Platz (von 4899) erreicht. Während dem Spartan Sprint habe ich deutlich die Fortschritte, die ich während dem letzten Jahr bei Ausdauer und Kraft gemacht hatte, bemerkt.

Spartan Sprint München 2017
Relativ sauber im Ziel – mit dem traditionellen Fire Jump!

Meine Schwächen waren eindeutig die Hindernisse, bei denen Balance bzw. Koordination und Griffkraft gefragt waren. Auch an meiner Brupee-Geschwindigkeit muss ich noch arbeiten. Insgesamt musste ich als Kompensation für die vier nicht bestandenen Hindernisse 120 Burpees machen, das waren locker 20 bis 30 Minuten, die ich dabei verloren habe. Für meine nächsten Bewerbe im Mai in Wiener Neustadt werde ich besonders diese Schwächen ausgiebig trainieren.

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