Kaffee mit Butter und MCT-Öl soll wacher machen und den Fettstoffwechsel ankurbeln. Was hinter dem Bulletproof-Konzept steckt und wie eine vegane Variante schmeckt.

Kaffee mit Butter klingt auf den ersten Blick ziemlich ungesund, der Erfinder des Bulletproof Coffee Dave Asprey schwört dennoch darauf und empfiehlt diese Mischung, um den Fettstoffwechsel nachhaltig anzukurbeln. Die Idee ist nicht neu, denn im Himalaya wird von den Sherpas schon seit langer Zeit Tee mit Butter getrunken. Wir haben das anscheinend energiereiche und „kugelsichere“ Rezept unter die Lupe genommen und stellen dir eine vegane Variante davon vor.
Der Bulletproof Coffee verspricht ein wahres Energiebündel zu sein. Biohacker Dave Asprey zufolge soll er ein Frühstück ersetzen können und für mehrere Stunden Energie liefern. Die mittelkettigen Triglyceride des Kokosöls sollen gemeinsam mit der Butter dafür sorgen, dass das Koffein langsamer freigesetzt wird. Auch wenn sich die fettreiche Kaffeevariante als leichtes Frühstück tarnt, stecken immerhin bis zu 300 kcal in einer Tasse.
Dave Asprey spricht von zahlreichen positiven Wirkungen des besonderen Morgengetränks. Man soll sich sehr klar und wach fühlen. Das Koffein soll ohne negativen Nebenwirkungen wie Nervosität seine positiven Eigenschaften entfalten können. Außerdem soll das Hungergefühl am Morgen vermindert werden. Der Bulletproof Coffee spricht also gezielt alle Menschen an, die sich tagtäglich aus dem Bett quälen.
Ursprünglich besteht das Bulletproof Coffee-Rezept aus nur drei Zutaten:
Diese Zutaten werden in einen Hochleistungsmixer gegeben. Man mixt diese dann rund drei bis fünf Minuten, damit ein cremiges Getränk entsteht. Dave Asprey versteht sich auch als guter Verkäufer: Sowohl für MCT-Öl und Kaffee bietet er eigene Produkte an, die er auch ausschließlich empfiehlt.
Die Versprechen des fettreichen Kaffees klingen fast zu schön um wahr zu sein. Dave Asprey soll mehrere Jahre Forschung in das Getränk mit nur drei Zutaten gesteckt haben.
Die Versprechen scheinen selbst laut Ernährungswissenschaftlern tatsächlich zu stimmen: Kaffee macht wach und Fett spendet dank hoher Kaloriendichte auch eine Menge Energie. MCT-Öl kann auch umgehend verbrannt werden und wird so potentiell nicht als Fettdepot eingelagert. Und auch das soll durch den hohen Fettanteil tatsächlich langsamer freigesetzt werden.
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Doch das Erfolgsversprechen des Kaffees beruht auf einer leicht zu übersehenden Tatsache. Wenige Menschen nehmen sich Zeit für ein gesundes Frühstück und so scheint die energiereiche Kaffeevariante ein einfacher Frühstücksersatz zu sein, der auch funktioniert.
Menschen, die normalerweise gar nicht oder zu wenig frühstücken fühlen sich dann durch die hohe Energiedichte im Bulletproof Coffee wach und klar.
In der veganen Variante des Bulletproof Coffes lässt du die Butter im Kaffee aus. Anstatt der Butter aus Kuhmilch kannst du natürlich auch einfach eine vegane Butter verwenden. Jedoch stecken in diesen Alternativen oftmals unnötige Zusatzstoffe.
Besser ist entweder ein zusätzlicher Löffel Kokosöl, ein veganes MCT-Öl mit optimalen Anteil an Caprylsäure und Caprinsäure oder etwas Kokosmus, -butter oder -milch.
Die Zutaten für die vegane Variante sind damit sehr einfach:
Diese Zutaten mixt du ebenso lange bis ein cremiges Getränk entsteht. Die vegane Variante steht dem Original in Nichts nach. Wichtig ist dabei – genauso wie beim Original – die Verwendung eines sehr hochwertigen, biologisch angebauten und fair produzieren Kaffees. Mit der Wahl des Kaffees beeinflusst du die Wirkung des Bulletproof Coffees. Verträgst du keinen Kaffee, kannst du auch Matcha, grünen Tee oder Cascara verwenden.

Ich habe mich an ein Experiment gewagt und 30 Tage lang jeden Morgen eine Tasse des veganen Bulletproof Coffees getrunken. Zuerst bereitete ich also eine gute Tasse Bio-Kaffee in der French Press zu. Danach kam etwas kaltes Wasser, zwei Esslöffel MCT-Öl und schließlich der (kurz) ausgekühlte Kaffee in den Mixer.
Der erste Tag kostete mich einiges an Überwindung, aber sobald das Getränk im Mixer landete, wirkte es nach einem cremigen, einladenden Frühstücksersatz. Zu Beginn gab ich noch einen Esslöffel reinen Xylit hinzu, um den fettigen Kaffee geschmacklich etwas aufzuwerten. Nach ein paar Tagen habe ich mich aber an den Geschmack gewöhnt und benötigte kein Süßungsmittel mehr. In Laufe der Zeit habe ich auch mit Upgrades wie Erdnussbutter experimentiert.
Das Fett im Kaffee ist zu Beginn sehr ungewohnt und hinterlässt ölige Lippen. Bewundernswerter Weise reagierte meine Verdauung von Anfang an sehr gut. Normalerweise trinke ich keinen Kaffee zum Frühstück und um fettreiches Essen mache ich sonst auch einen großen Bogen. Daher wunderte mich auch die problemlose Verdauung.
Nach ein paar Minuten setzte bei mir ein regelrechtes „High“ ein, ich hatte sehr viel Energie und konnte auch ohne einen Bissen Frühstück ein CrossFit-Training oder eine längere Laufeinheit ohne Leistungseinbruch absolvieren. Mein erster, größerer Hunger meldete sich meistens erst nach Mittag gegen 12:30 oder 13:00 Uhr, also rund 7 Stunden nach der Tasse Bulletproof Coffee.
Ob ich in dem Monat von Bulletproof Coffee tatsächlich abgenommen habe kann ich so nicht sagen, da ich denke, dass hier einfach zu viele Faktoren zusammenspielen. Fakt ist, dass ich laut Körperanalyse rund 1,5% Körperfett verloren habe. Allerdings habe ich in der Zeit auch jeden Tag mindestens eine Stunde trainiert und zum Teil das Frühstück komplett durch den Bulletproof Coffee ersetzt.
Ob Kaffee mit Fett ein kugelsicheres Frühstück ist, ist fraglich. Oftmals ist das Ritual, sich Zeit für ein „Frühstück“ zu nehmen und seinem Körper Energie zuzuführen schon der Schlüssel zum Erfolg. Dafür reicht aber auch eine Tasse grüner Tee oder ein frischer Matcha. Wer seinen Fettstoffwechsel antreiben möchte, kann den Bulletproof Coffee genießen und sollte dazu regelmäßig im aeroben Bereich trainieren. Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf die Kombination von Fett und Koffein. Daher sollte man sich auch sehr vorsichtig an das Getränk heranwagen. Auf einigen Fitness-Blogs liest man von teilweise sehr heftigen Reaktionen, daher ist hier auf jeden Fall Vorsicht geboten.
Langfristig gesehen scheint der Bulletproof Coffee lediglich eine weitere Abkürzung zu einem energiereichen Start in den Tag zu sein. Ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und Bewegung kann man dadurch nicht ersetzen. Denn schließlich stehen hinter dem Bulletproof Coffee auch wirtschaftliche Interessen (der Erfinder verkauft eigene Kaffeeröstungen und MCT-Öle).
Die möglichen Vor- und Nachteile haben wir nachfolgend noch einmal für dich zusammengefasst.