Die Begriffe Fast Fashion versus Fair Fashion sind in aller Munde. Dabei geht es darum, weniger günstige Massenware zu kaufen, die nicht länger als eine Saison getragen wird. Stattdessen greift man zu hochwertigen, und vor allem unter fairen Arbeitsbedingungen, produzierten Klamotten. Qualität hat bekanntlich auch seinen Preis, weshalb fair produzierte Kleidungsstücke oft ein Vielfaches von klassischer Massenware kosten. Das kann oder will man sich in manchen Lebenslagen einfach nicht leisten. Deshalb möchten wir dir sieben Tipps geben, wie du auch mit wenig Geld nachhaltiges Shopping genießen kannst. Das freut nicht nur deine Geldbörse, sondern auch die Umwelt. Und außerdem setzt du gleichzeitig ein Zeichen gegen die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Textilwirtschaft.

Große Modeketten meiden

Auch wenn es verlockend sein mag, ein T-Shirt für zehn Euro kaufen zu können, solltest du auf große Modeketten verzichten. Aktuell lässt keine dieser Unternehmen auch nur ansatzweise unter fairen und ökologischen Bedingungen produzieren. Auch wenn viele von ihnen nun Bio Modelinien oder vermeintlich fair produzierte Kleindung anbieten, solltest du hier genauer hinsehen. Auf den zweiten Blick entpuppen sich diese Versprechungen oft als nicht ganz so fair wie angenommen. Weiters solltest du wissen, dass viele große Modehäuser auch kleinere, exklusiver wirkende Stores unter anderen Labels führen. Hier vermutet man auf den ersten Blick aufgrund des höheren Preises bessere Qualität zu bekommen. Daher solltest du auch bei kleineren Läden und Boutiquen im Vorfeld recherchieren ob diese unabhängig arbeiten, wo und unter welchen Bedingungen produziert wird.

Fair produzierte Mode muss nicht teuer sein

Manche fair produzierte Bio-Label verkaufen auch günstigere Teile. Hierbei macht es einen großen Unterschied, wo produziert wird. Ein T-Shirt, das in einer Näherei in der Schweiz oder in Deutschland hergestellt wird, ist logischerweise aufgrund der Kosten für Personal und Abgaben deutlich teurer als sein Pendant aus Asien. Wenn es dein Budget zulässt, solltest du natürlich immer aus ökologischer Sicht ein regionales Produkt vorziehen. Hier spart man tausende Kilometer Transportweg ein. Bist du auf der Suche nach günstigeren Teilen, wirst du in der Fair Fashion-Welt auch fündig. Unternehmen wie Grundstoff, Erlich Textil oder Essentials For Zula bieten dir eine große Auswahl an erschwinglichen Basics.

Second Hand kaufen

Da Fair Fashion im Einzelhandel noch eher schwierig zu finden ist, nicht jeder in den Genuss des Angebots einer Großstadt kommt und Online Shopping bei Bekleidung oft noch unpraktisch ist, gibt es noch eine andere Möglichkeit nachhaltig zu shoppen: Second Hand! Auch wenn Second Hand für viele mit abgetragenen, alten Klamotten und muffigen Gerüchen in Verbindung steht, hat sich hier in den letzten Jahren einiges getan.

Viele Städte bieten hippe Second Hand Shops mit einer sehr schönen und gepflegten Auswahl. Teilweise werden sogar überarbeitete Vintage-Teile angeboten. Außerdem sind Kleidertausch Parties super angesagt – diese kannst du auch ganz leicht selbst organisieren! Du bringst selbst die Klamotten mit, die du aussortiert hast und suchst dir dafür neue Teile aus, die andere aussortiert haben. Auf Plattformen wie Kleiderkreisel kannst du außerdem Kleidung zum Verkauf anbieten und gezielt nach Klamotten suchen. Second Hand ist wohl die mit Abstand nachhaltigste Art einzukaufen, da du hier erst gar keine neuen Ressourcen verbrauchst.

Weniger ist mehr

Wenn Kleidung sehr günstig verfügbar ist, kauft man sich gerne mehr als man eigentlich benötigt. Du riskierst damit nicht nur einen Kleiderschrank voll „Nichts anzuziehen„, sondern wirst auch einige Schrankleichen besitzen, die du nie getragen hast und wirst. Deshalb macht es Sinn, nur gezielt shoppen zu gehen und sich im Vorfeld zu überlegen, was genau man benötigt. Wer ziellos durch Geschäfte schlendert wird meist trotzdem etwas kaufen, das dann schlussendlich doch nicht getragen wird.

Defekte Kleidung reparieren (lassen)

Das T-Shirt hat ein kleines Loch oder die Naht der Hose löst sich? Das ist noch lange kein Grund, um ein Kleidungsstück zu entsorgen. Meist reichen ein paar wenige Handgriffe und es sieht wieder aus wie neu. Wenn du dabei nicht selbst zu Nadel und Faden greifen willst, lohnt es sich, eine Schneiderei damit zu beauftragen. Meistens sind diese gar nicht so teuer wie vermutet. So kannst du für wenige Euros  deine Lieblingsteile noch lange weiter tragen. Auch defekte Reißverschlüsse kann dir eine Schneiderei professionell ersetzen. Bei Schuhen verhält es sich gleich. Ob neuer Absatz, Reißverschluss oder eine Generalüberholung – ein professioneller Schuster erledigt diese Arbeiten schnell und sauber.

Upcycling – neue Styles durch Umnähen

Wenn du ein Händchen zum Selbernähen hast, oder es gerne lernen möchtest, kannst du deine Kleidung auch einfach nach deinen eigenen Vorstellungen umnähen. Aus Jeans mit Löchern an den Knien werden sommerliche Shorts, das langweilige Basic Shirt bekommt ein paar Highlights. Die Anschaffung einer Nähmaschine rechnet sich schon nach kurzer Zeit, du brauchst nämlich keine super teure Profi-Maschine. Eine gute, neue Maschine bekommst du schon für unter 150 Euro, auch gebraucht werden viele Maschinen angeboten. Dank YouTube hast du die Grundlagen auch sehr schnell erlernt und wirst sicher große Freude an dieser kreativen Arbeit und den Ergebnissen finden.

Hochwertige Basics und mehr Struktur im Kleiderschrank

Ein minimalistischer Kleiderschrank lebt von hochwertigen Basics. Dafür gibt es jedoch kein Geheimrezept. Was du unbedingt benötigst, solltest du auf deinen Stil und Lebensumstände anpassen. Ein paar gut sitzende Jeans und einfärbige Shirts und Cardigans sind aber immer eine gute Idee. Für den Sommer sind Jeans Shorts und Trägershirts super praktisch. All das kannst du mit wenigen, ausgefalleneren Kleidungsstücken oder Accessoires aufpeppen und so unendlich viele, neue Looks kreieren. Wenn du einkaufst, solltest du dir auch immer überlegen, ob die neuen Kleidungsstücke zu deinen bestehenden passen und dir auch gleich überlegen, wie du sie kombinieren möchtest. So ersparst du dir lästige Einzelteile die du nie trägst, weil du sie nicht richtig kombinieren kannst.

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