Das Phänomen Burnout ist stark umstritten und trotzdem kennen viele Menschen das Gefühl der Leere und des Ausgebranntseins. Obwohl Burnout nach wie vor keine eigene Krankheit darstellt, gibt es viele Symptome die dieses komplexe Krankheitsbild umfassen. Dauerhafter Stress durch Überlastung ist nur einer der vielen Gründe. Unabhängig von der Klassifikation des Begriffs möchten wir dir sechs oftmals übersehene Gründe für diesen emotionalen Zustand des Ausgebranntseins vorstellen. 

Die Ursache eines Burnouts ist nach wie vor nicht klar, da dieser emotionale Zustand selbst noch nicht vollständig geklärt ist. Vorübergehender Stress schadet uns in den meisten Fällen nicht. Wenn eine Situation aber über lange Zeit als stressig wahrgenommen wird, nimmt der Körper früher oder später Schaden davon. Ein Burnout kann sich sowohl psychisch als auch physisch bemerkbar machen. Es kann sich schleichend ankündigen oder ganz plötzlich zuschlagen. Für Ärzte ist es oft sehr schwer ein Burnout zu erkennen, da sich dieses meistens durch eher unauffällige Symptome wie Verdauungsprobleme oder Kopfschmerzen zeigt.

Arbeitsumfeld

Das Arbeitsumfeld spielt bei einem Burnout meist eine zentrale Rolle, Familie und Freunde können aber ebenso eine wichtige Rolle einnehmen. Dennoch verbindet man mit Burnout meistens ein Problem im beruflichen Umfeld. Wer glaubt, dass man in einem wertschätzenden und sicheren Arbeitsumfeld, in dem man sich wohlfühlt, vor einem Burnout geschützt ist, täuscht sich. Denn zu lange Arbeitszeiten und zu wenig Raum für Erholung sorgen über lange Zeit auch für körperliche Erschöpfung. Daraufhin folgt meist eine seelische Erschöpfung bis zu einem Punkt wo man einfach nicht mehr weiter machen kann. Wenn du dich bereits erschöpft fühlst, dann wird es höchste Zeit über einen Jobwechsel nachzudenken.

Überlastung

Einer der naheliegendsten Auslöser eines Burnouts ist Überlastung. Wenn wir über lange Zeit tagtäglich 10 Stunden konzentriert arbeiten sollen, frustriert uns das und schadet unserem Körper enorm. Die meisten Aufgaben lassen sich in einem Bruchteil der Zeit effizienter erledigen (Stichwort: 80-20-Regel). Sinnloses Absitzen von Arbeitszeit, Bürokratie, Meetings und Pendeln sind wahre Zeitfresser. Sind wir durch eine ständige Überarbeitung dauerhaft unter Stress, verändert sich unsere Hormon-Balance, wir werden anfälliger für Krankheiten, unser Gehirn arbeitet nicht mehr optimal und die Regenerationsfähigkeit des Körpers wird enorm beeinträchtigt. Daher solltest du dir unbedingt jeden Tag und jede Woche genügend Zeit für Erholung und Entspannung einplanen. Am besten markierst du diese Zeiten auch in deinem Kalender.

Wertschätzung

Uns Menschen sind Belohnungen wichtig, selbst dann wenn wir unsere Arbeit aus vollem Herzen umsonst machen würden. Auch wenn jeder Mensch unterschiedlich viel Anerkennung benötigt, so ist ein einfaches „Danke“ oder „Gut gemacht“ für unser Wohlbefinden unerlässlich. Positives Feedback von Vorgesetzten ist dabei genauso wichtig wie die Wertschätzung von Freunden und Familie. Leider erhalten wir diese Wertschätzung oft nicht. Wenn du von außen nicht genug Wertschätzung erfährst, dann klopf dir selbst einfach mal auf die Schulter und sag dir „Das habe ich großartig gemacht“.

Gerechtigkeit

Wenn wir uns unfair behandelt fühlen, gerät unsere emotionale Balance schneller aus dem Gleichgewicht. Manche Menschen sind hier sensibler und spüren mangelnde Gerechtigkeit sehr schnell. Fairness kann auf vielen Ebenen fehlen: in der Arbeit auf dem Gehaltszettel oder zwischen Geschwistern in der Familie. Pack all deinen Mut zusammen, und frag um eine Gehaltserhöhung oder einen anderen Ausgleich wenn du dich unfair behandelt fühlst!

Werte

Jeder Mensch trägt, wenn auch unbewusst, eine individuelle Sammlung an Werten in sich. Wenn wir nicht in der Lage sind, nach diesen persönlichen Werten zu handeln, dann stehen wir in Konflikt mit uns selbst. Es geht dabei nicht darum, streng nach den inneren Werten zu handeln und den Arbeitsplatz aufzugeben, um für eine NGO zu arbeiten. Vielmehr sollten wir niemals gegen unsere tiefsten Werte handeln, denn das raubt uns wertvolle Energie. Wenn dein Arbeitsplatz oder dein Lebensstil in Widerspruch zu deinen Überzeugungen steht, solltest du dringend einen Kurswechsel vornehmen.

Gemeinschaft

Ohne soziales Netz werden wir – wie auch viele Tiere – krank. Künstlich erzwungene Gruppen wie sie oft in der Arbeitswelt zu finden sind, bringen jedoch nicht den gleichen Effekt wie ehrliche, wertschätzende und vertrauensvolle Beziehungen. Nur wenn wir ein sicheres, soziales Netz, sowohl privat als auch beruflich haben, können wir unser vollstes Potential entfalten. Nimm dir also genug (Qualitäts-)Zeit für deine Freunde und Familie, wir verlieren sie oft schneller als wir denken.

Jetzt handeln

Ein Burnout ist, unabhängig von der schwierigen Definition des Begriffs, eine ernstzunehmende Krankheit. Viele Menschen schieben ihre Wünsche und Ziele jahrelang vor sich her, bis sie total erschöpft zusammenbrechen. Auch wenn du keine extrem langen Arbeitszeiten hast, kann es sein, dass du aus unterschiedlichen Gründen emotional erschöpft bist. Nimm die Anzeichen daher so früh wie möglich ernst und höre auf die kleinen Botschaften deines Körpers.

Bei einem Burnout ist es extrem wichtig, möglichst früh mit Gegenmaßnahmen bzw. einer Therapie zu beginnen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich aus der Erschöpfung zu befreiten – wie Yoga, Meditation, Sport aber auch ein Wechsel des Arbeitgebers.

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