Viele Frauen wünschen sich, nicht zuletzt beeinflusst durch die Negativschlagzeilen rund um die Pille, eine sichere und hormonfreie Verhütung. Da man sich jedoch schon im Dschungel der hormonellen Verhütungsmethoden kaum zurecht findet, ist es noch schwieriger, eine sichere, unkomplizierte und vertrauenswürdige hormonfreie Methode zu finden. Deshalb möchten wir dir hier einen kleinen Überblick über die uns bekannten, sicheren & alternativen Methoden geben.

Hormonfreie IUPs

Intrauterinpessare (IUPs)umgangssprachlich auch als Spiralen bezeichnet, sind Medizinprodukte zur Verhütung, die in die Gebärmutter eingesetzt werden. Diese gibt es grundsätzlich in hormoneller (Hormonspirale) und hormonfreier Variante. Zu den Hormonfreien zählen die Kupferspirale, die Goldspirale sowie die Kupferkette (Gynefix). IUPs sollten nur von geschulten Ärzten gelegt werden. Hierfür muss die Gebärmutter mittels Ultraschall ausgemessen werden, um die richtige Größe für die Spirale zu ermitteln. Die Gynefix wird in der Gebärmutterschleimhaut verankert und ist rahmenlos und flexibler. Dadurch treten weniger Nebenwirkungen auf und sie eignet sich aufgrund dieser Tatsache besonders für sehr junge Frauen und Frauen die noch nicht geboren haben und daher in der Regel eine kleinere Gebärmutter haben.

Bei den IUPs muss man mit einer Investition von etwa 150 bis 400 Euro rechnen, abhängig von den Kosten beim Gynäkologen, dem Präparat und wo du lebst. Diese haben jedoch auch eine Wirkungsdauer von fünf bis  zehn Jahren.

Kondome und Femidome

Bei Kondomen kommt es besonders auf einen guten Sitz an. Das Wichtigste in diesem Zusammenhang ist die passende Weite. Ist das Kondom zu eng, kann es nicht nur zu schlechterer Empfindung führen, sondern sogar reißen. Ist das Kondom wiederum zu weit, kann es Falten bilden und im schlimmsten Fall während des Geschlechtsverkehrs verloren gehen. Eine gute Erklärung dazu findest du hier. Eine besonders große Auswahl an Größen hat die Firma MySize, deren Kondome auch frei von tierischen Bestandteilen sind. Sucht man ein latexfreies Kondom, sind die Produkte von Skyn sehr zu empfehlen. Femidome sind relativ neu am Markt und genau anders rum anzuwenden.

Verhütungscomputer

Es gibt unzählige Verhütungscomputer am Markt, einige davon sind vertrauenswürdig und sicher, von anderen sollte man wiederum lieber die Finger lassen. In diesem Zusammenhang sind der Cyclotest und der Ladycomp zu erwähnen. Beide sind mit 300 bzw. 400 bis 500 Euro nicht gerade die günstigsten Anbieter, sie arbeiten jedoch basierend auf wissenschaftlichen Methoden. Beide Produkte werten die Basaltemperatur (Aufwachtemperatur) nach zwei Kriterien aus. Zum einen lernen sie die Zyklusmuster der Anwenderin und zum anderen gleichen sie den Zyklus mit zehntausenden, gespeicherten Musterzyklen ab und teilen so die Tage in grüne (verhütungsfrei) und rote (zusätzliche Verhütung notwendig) Tage ein.

Vasektomie beim Mann und Sterilisation bei der Frau

Beide Varianten bedürfen eines medizinischen Eingriffs und sind nur für Paare oder Einzelpersonen gedacht, die unter keinen Umständen jemals Kinder möchten oder die Familienplanung bereits abgeschlossen haben. Bei diesen Methoden handelt es sich um extrem sichere Varianten zur Verhütung.

Diaphragmen und Portiokappen

Sowohl das Diaphragma als auch die Portiokappe funktionieren als Barrieremethoden direkt am Muttermund. Beide Produkte funktionieren sehr ähnlich, sie werden zum Geschlechtsverkehr mit einem spermiziden Gel an den Muttermund geführt. Das Diaphragma umschließt den Bereich großräumig, die Portiokappe sollte direkt über dem Muttermund sitzen.

Beide müssen grundsätzlich von einem geschulten Gynäkologen oder einer Beratungsstelle wie beispielsweise Pro Familia angepasst werden. Seit einiger Zeit gibt es jedoch ein Einheitsdiaphragma, das Caya, das fast jeder Frau passt (eine Kontrolle über den richtigen Sitz sollte trotzdem durchgeführt werden). Hierzu gibt es verschiedene Gels auf Milch- und Zitronensäurebasis. Das Gel sorgt zusätzlich durch seinen sauren ph-Wert dafür, dass Spermien abgetötet werden. Der Wirkstoff Zellulose wiederum hemmt die Bewegungsfähigkeit dieser. Richtig und gewissenhaft angewendet ist ein Pearl Index beim Diaphragma von 1,2 bis 2 möglich.

NFP – Natürliche Familienplanung nach Sensiplan

Hierbei handelt es sich um eine Zweiphasen-Zyklusbeobachtung bei der einerseits die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) mit einem bestimmten Thermometer gemessen wird und andererseits der Zervixschleim oder der Muttermund beobachtet wird. Führt man beide Komponenten zusammen, kann man die fruchtbare Zeit auf wenige Tage eingrenzen. Zum Erlernen der Methode ist das Buch „Natürlich & sicher“ besonders zu empfehlen. Die Methode ist ausdrücklich auch für Frauen mit unregelmäßigem Zyklus geeignet! Es besteht auch die Möglichkeit, die Temperatur anhand eines Knopfthermometers ganz bequem über Nacht zu messen. Die Methode selbst hat (richtig und gewissenhaft angewendet) einen sehr niedrigen Pearl Index. An den fruchtbaren Tagen kann die NFP Methode beispielsweise mit Kondomen und/oder Diaphragma kombiniert werden.

Weiterführende Literatur

Wir hoffen, dass wir dir mit unserem Artikel einen kleinen Überblick über die hormonfreie Verhütung geben konnten. Bitte beachte, dass dieser Artikel keine ärztliche Beratung ersetzt. Die Informationen dienen lediglich dazu, dir einen kleinen Einblick in die hormonfreie Verhütung zu geben.

Als weiterführende Literatur können wir dir das Buch Verhüten ohne Hormone: Alternativen zu Pille und Co“ von Dr. Dorothee Struck empfehlen.

Auf Facebook findest du auch unterschiedliche Austauschgruppen zu hormonfreier Verhütung, der NFP-Methode sowie zum Diaphragma.

Folgendes Video ist auch sehr interessant und räumt mit einigen Mythen auf:

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