Während Barfussgehen vor einigen Jahren wohl eher Hippies zugeschrieben wurde, erlebt der Barfuss-Trend in den letzten Jahren einen großen Aufschwung. Olympiasieger Bikila machte es bereits 1960 vor: ohne Schuhe läuft und geht es sich einfach besser. Ein Großteil der Bevölkerung leidet heute unter Fußfehlstellungen oder Deformationen wie Knick- oder Senkfüße. Und das hat vor allem damit zu tun, dass wir nicht mehr wie früher barfuss herumlaufen. Wir zeigen dir, warum du öfters mal die Schuhe weglassen solltest und wie du deine Fußmuskeln natürlich trainierst.

Fehlbelastung bereits in der Kindheit

Unser Füße werden bereits ab der Kindheit in Schuhe gesteckt. Und dabei wird in vielen Fällen eher Wert auf Optik als Funktion gelegt. Die Kinderschuhe sind außerdem oft viel zu klein. Die Folge sind dramatisch: Unsere Sehnen, Muskeln und Bänder werden zu wenig gefordert und bilden sich zurück. Das wiederum führt in vielen Fällen zu Fehlstellungen und Deformationen.

Man möchte es kaum vermuten, aber das fehlende „Fußtraining“ sorgt langfristig auch für Rückenschmerzen und Probleme mit der Wirbelsäule. Unser gesamter Körper wird durch das Tragen von Schuhen ab Kindesalter beeinflusst. Ebenso leidet unser Tastsinn an den Füssen durch den ständigen „Schutz“ der Schuhe. Durch das Tragen von Schuhen neigen wir auch eher zu einem Fersen- als einem Ballengang, wobei hier mittlerweile in der „Barfuss-Community“ nicht mehr strikt unterschieden wird. Beide Gangarten und auch Abwandlungen davon haben ihre Berechtigung. In den meisten Fällen entscheidet der Fuss ohnehin selbst richtig, welche Gangart die beste für ihn ist.

Natürliche Fortbewegung

Im Grunde ist das Barfussgehen die natürlichste Form der Fortbewegung für uns Menschen. Denn es zwingt uns indirekt dazu, Unebenheiten auszugleichen und den Körper aufrecht zu halten. Der Fuß besitzt außerdem von Natur aus eine fantastische Dämpfung – ganz ohne zusätzliche Hilfsmittel. Wer barfuss durch die Welt geht, hält seine Füße auch frisch, da die Haut an den Füßen natürlich atmen kann. So wird auch unangenehmen Schweißgeruch vorgebeugt. Durch die bessere Durchblutung von Füßen und Beinen sollen außerdem Krampfadern vorgebeugt werden.

Barfuss gehen trainiert den gesamten Körper

Durch das Barfussgehen wird eine gerade Haltung des Körpers gefordert. Der Körper erhält vom Untergrund ausreichend Feedback zur Anpassung. Durch einen Schuh wird dieses wertvolle Feedback unterdrückt. Rücken, Füße, Beine und Oberkörper können so optimal zusammenarbeiten. Wer barfuss geht, vermeidet zudem unnötige Stöße und Verkrampfungen der Fußmuskulatur. Langfristig verändern sich die Füße, der Gang und die Haltung durch das Barfussgehen. Kurz gesagt: es vermindert viel unnötigen Stress für den Körper.

Vorsicht beim Einstieg in das Barfussgehen

Im Kraftsport würde niemand auf die Idee kommen, das Gewicht bei einer Kniebeuge direkt von 40kg auf 190kg zu erhöhen. Man muss sich Schritt für Schritt hocharbeiten. Und dasselbe gilt auch für das Barfussgehen (und ebenso Barfusslaufen). Zunächst solltest du klein beginnen und jeden Tag ein wenig länger barfuss herumlaufen. Vor allem in der eigenen Wohnung kannst du dich problemlos den ganzen Tag barfuss bewegen. Ein Muskelkater ist in den ersten Tagen und Wochen vollkommen normal. Dabei bemerkt man erst, wie viele Muskeln eigentlich beim Gehen beansprucht werden. Hast du die ersten Fortschritte gemacht, kannst du dir überlegen, ob du auch draußen komplett barfuss gehen oder doch lieber Barfussschuhe anziehen möchtest.

Besondere Vorsicht ist auch auf Schotterwegen und in der Stadt aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr geboten. Daher sollte man wenn möglich an natürlichen und sauberen Untergründen wie im Wald beginnen. Auch bei neurologischen Erkrankungen und Diabetes ist Vorsicht geboten, da man in diesem Fall über eine zu geringe Sensibilität an den Füßen leiden kann.

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