Vor rund 600 Jahren begannen die Einwohner von Irland eine Rotalge zur Produktion von geleeartigen Lebensmitteln zu benutzen. Seither ist der Lebensmittelzusatz als Carrageen bekannt und wird sehr vielfältig eingesetzt. So findet sich Carrageen häufig in vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Sojamilch. Immer ist Carrageen wegen möglicher Risiken für die Gesundheit in die Schlagzeilen geraten. Doch wie gesund oder ungesund ist der Lebensmittelzusatz tatsächlich?

Was ist Carrageen?

Carrageen bezeichnet streng genommen eine Gruppe von langkettigen Kohlenhydraten (Polysaccharide), die in Rotalgen vorkommen. Für Lebensmittel sind ausschließlich Carrageenane mit sehr großen Molekülen zugelassen, da die kleineren Moleküle die Darmschleimhaut schädigen und Darmtumore hervorufen können. Der Lebensmittelzusatz (mit der Nummer E407) wird mithilfe von heißem Wasser aus den Rotalgen extrahiert und danach hauptsächlich zur Herstellung von Gelees und zähen Flüssigkeiten verwendet.

Potentielle gesundheitliche Risiken

Es ist bereits seit längerer Zeit bekannt, dass Carrageen im Labor negative Effekte auf die Gesundheit von Tieren zeigt. Der aktuelle Stand der Forschung lässt vermuten, dass der Verzehr von Carrageen zu einem durchlässigen Darm führen könnte.

Allerdings gibt es für detaillierte Aussagen nach wie vor keine eindeutigen Forschungsergebnisse. Einige Forscher empfehlen, den Konsum von Carrageen so weit wie möglich zu vermeiden. Manche Wissenschaftler fordern sogar, Lebensmittel für Kinder frei von diesem Zusatz zu halten. In der EU ist der Zusatzstoff dennoch zur Herstellung von Lebensmitteln, sogar in Bio-Qualität, erlaubt.

Bei einem erhöhten Konsum von Carrageen kann die Aufnahme von Mineralstoffen wie beispielsweise Kalium behindert werden. Es kann außerdem Allergien auslösen und sollte daher von allergieanfälligen Personen vermieden werden.

Wie bei vielen anderen Zusatzstoffen ist auch Carrageen umstritten und jeder Konsument sollte selbst eine Entscheidung treffen. Wer sich jedoch abwechslungsreich, naturbelassen und vollwertig ernährt, vermeidet ohnehin den übermäßigen Konsum von Carrageen. Es lohnt sich dennoch, bei Lebensmitteln, die man häufig verzehrt (wie beispielsweise Sojamilch) einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen und fallweise auf alternative Produkte zurückzugreifen.

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