Eine Billion Plastiktüten pro Jahr werden weltweit verbraucht, kein Wunder also, dass Zero Waste zur Zeit in aller Munde ist. Bei dem Prinzip geht es darum, so gut wie möglich keinen Müll zu produzieren und achtsam mit Ressourcen umzugehen. Wobei hier besonders nicht biologisch abbaubares Verpackungsmaterial wie Plastikflaschen und -tüten, Tetra-Paks, Konserven und Getränkedosen aus Blech und Aluminum sowie Einwegglas gemeint ist. Auf den ersten Blick wirkt diese Lebensweise sehr einschränkend, aber das muss sie nicht sein. Außerdem gibt es hier auch kein „Ganz oder gar nicht“. Jeder Schritt Richtung Zero Waste zählt. Wir haben für dich sechs einfache Schritte zusammengefasst, wie auch du deinen Müll reduzieren und verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen kannst.

Jutebeutel für den Einkauf

Ein wirklich einfacher Schritt um in das Thema Zero Waste einzutauchen ist die Vermeidung von Einkaufstüten aus Plastik. Jeder von uns verwendet laut Umweltbundesamt im Schnitt 76 Stück pro Jahr mit einer durchschnittlichen Verwendungsdauer von 13 Minuten. Ein Jutebeutel hingegen ersetzt unnötige Plastiktüten und ist leicht verstaubar. Meistens spart man sich dadurch auch noch ein paar Cent, die die Plastiktüte kosten würde. Jutebeutel liegen zudem gerade voll im Trend und sind daher auch in allen möglichen Formen und Farben, wahlweise mit Aufdruck, erhältlich. Besonders erwähnenswert sind hierbei die Pfand-Baumwolltaschen von DM. Man bezahlt einmalig 2 Euro und kann die Tasche jederzeit bei Verschleiß oder nicht gefallen entweder gegen eine neue Tasche eintauschen oder komplett zurückgeben.

Obst und Gemüse vom Markt, Brot vom Bäcker

Wenn du in einer Stadt lebst, gibt es bestimmt auch in deiner Nähe einen Wochenmarkt, entweder am Wochenende oder von Montag bis Samstag. Wochenmärkte sind ideal geeignet, um verpackungsfrei einzukaufen, denn die Standbetreiber sind immer sehr erfreut, wenn man seine eigenen Tüten mitbringt. Lebst du am Land, suchst du dir am besten einen Gemüse- und Obstbauern in deiner Nähe und beziehst dein Gemüse direkt ab Hof. Auch im Supermarkt findet man immer wieder lose angebotenes Obst und Gemüse, das du in deine eigenen Obst- und Gemüsenetze abpacken kannst.

Eine weitere Alternative ist eine regionale Obst- und Gemüsekiste, die dir vor deine Haustüre geliefert wird. Auch in dieser befinden sich Obst und Gemüse meist unverpackt. Am besten fragt man hier aber im Vorfeld nach. Bei kleineren Bäckereien kannst du dir problemlos Brot und Gebäck in Brotbeutel aus Leinen oder Baumwolle verpacken lassen.

Unverpackt-Läden und Bioläden in der Nähe

Bei Trockenware wie Reis, Pasta, Getreide und Hülsenfrüchten wird der verpackungsfreie Einkauf schon etwas schwieriger. Da Zero Waste aktuell ein Trend-Thema ist, entstehen in vielen Städten Europas immer mehr Unverpackt-Läden. Sie sind zwar alle verschieden aber haben dennoch eine Gemeinsamkeit: die Ware wird lose ohne Einwegverpackungsmaterial angeboten und kann individuell abgefüllt werden. Das spart nicht nur Müll, sondern ist auch super praktisch, weil du einfach mit deinen eigenen Gefäßen einkaufen gehst und somit nur die Menge an Lebensmitteln kaufst, die du auch wirklich brauchst.

Auch viele kleine Bio- und Naturkostläden bieten meist Getreide und Hülsenfrüchte zum selbst Abfüllen an. Alternativ gibt es auch immer wieder kleine Bauernhöfe, die unverpackte Vorratsware verkaufen.

Einmachgläser
Einmachgläser sehen nicht nur hübsch aus, sie helfen auch dabei, Müll zu vermeiden und Geld zu sparen.

Selber machen

Dinge selbst zu machen bringt eine Menge Vorteile mit sich: es spart Geld, man weiß was drin ist und es schmeckt meist besser als Abgepacktes mit unnatürlich langem Haltbarkeitsdatum. Säfte und Marmeladen einkochen, Gemüse einlegen, Obst und Gemüse dörren – all das braucht zwar etwas Zeit, spart aber Müll und schmeckt zudem viel besser.

Auch Pflanzenmilch lässt sich einfach selbst herstellen, mehr dazu liest du in unserem Artikel hier.

Plastikflaschen meiden

Wenn du diesen Artikel liest, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du Zugang zu sauberem Trinkwasser hast. Nutze diese einzigartige Möglichkeit! Die Leitungswasserqualität in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sehr gut. Es gibt eigentlich keine Notwendigkeit, abgepacktes Wasser zu kaufen. Besorge dir eine schöne Trinkflasche (zum Beispiel von Soulbottle) und es wird kinderleicht sein, ohne Wasser in Plastikflaschen auszukommen. Wenn deine Trinkwasserqualität nicht 100% top ist oder du lieber auf Nummer sicher gehen willst, kannst du dein Leitungswasser sicherheitshalber auch filtern.

Essen vorbereiten

Mahlzeiten vorzubereiten spart nicht nur Müll, sondern auch jede Menge Geld. Jeder von uns kennt das entweder teure und gute oder günstige und schlechte Essensangebot für die Mittagspause auf der Arbeit. Bei einer fünftätigen Arbeitswoche benötigst du pro Monat etwa 20 Mittagessen, das kann schon richtig ins Geld gehen. Es gibt mittlerweile für jede Situation das passende Geschirr, ob Thermomugs um das Essen warmzuhalten, Bentoboxen für ein mehrgängiges Menü oder eine einfache Salatbox.

Wie du siehst, ist es gar nicht so schwer, den Haushaltsmüll zu reduzieren. Du musst nicht gleich jeden einzelnen Punkt umsetzen, jeder Schritt in Richtung Zero Waste zählt!

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