Das Sonnenvitamin Vitamin D ist streng genommen kein Vitamin, sondern eher ein Hormon. Es erfüllt unterschiedliche Funktionen im Körper, die bisher noch nicht vollständig geklärt sind. Fest steht, dass es für den Knochenaufbau eine äußerst wichtige Rolle spielt. In den letzten Jahren häufen sich die Empfehlungen, Vitamin D in hohen Dosen zu konsumieren, um unter anderem Gewicht zu verlieren. Wir haben uns den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Gewichtsverlust näher angesehen und decken so manche Unstimmigkeiten für dich auf.

Selbststudien zur Gewichtsabnahme mit Vitamin D

Im Internet findet man auf unterschiedlichen Portalen Berichte von Selbstexperimenten mit extrem hohen Dosen an Vitamin D. Sogar auf Amazon finden sich zahlreiche Bücher zum Thema. Als Erklärung wird oft ein besseres Sättigungsgefühl und ein optimierter Stoffwechsel angegeben. Es gibt die Vermutung, dass sich in Fettzellen eine hohe Anzahl an Vitamin D-Rezeptoren findet. Durch die Einnahme von Vitamin D soll so der Fettstoffwechsel beschleunigt oder verbessert werden. Eine wissenschaftliche Grundlage gibt es für diese Behauptungen dennoch nicht.

Die Erfahrungsberichte stützten sich meistens auf persönliche Erfahrungsberichte und oftmals auch auf eine Studie der American Society for Clinical Nutrition aus dem Jahr 2005. In dieser Studie wurden von den Probanden über 15 Wochen täglich 400 IU Vitamin D und 1.200mg Kalzium zusätzlich zu einer Diät aufgenommen. In den Empfehlungen der Befürworter von Überdosierungen liest man aber oft von bis zu 10.000 IU täglich. Zudem nahmen an der zitierten Studie ausschließlich stark übergewichtige Frauen mit überwiegend niedrigem Kalziumkonsum teil.

Machen Vitamin D-Supplemente überhaupt Sinn?

Grundsätzlich ist der menschliche Körper dafür gebaut, Vitamin D in ausreichender Menge über Sonnenlicht selbst herzustellen. Dazu muss nackte Haut über eine längeren Zeitraum ausreichend mit Sonnenlicht versorgt werden. Normalerweise reichen 15 bis 30 Minuten Sonnenlicht täglich, um die Vitamin D-Produktion im Körper anzukurbeln.

Die Hälfte der deutschen Bevölkerung weist jedoch laut einer Studie des Robert Koch Instituts einen deutlichen Vitamin D-Mangel auf. Das liegt daran, dass wir im Winter natürlicherweise kaum Sonnenlicht abbekommen. Im Sommer schützen wir uns dann mit Sonnencreme oder verbringen mehr Zeit in Gebäuden als an der frischen Luft. Kein Wunder also, wenn wir im deutschsprachigen Raum unter einem Mangel leiden.

Aus diesem Grund ist bei uns in Mittel- und Nordeuropa eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmitteln erforderlich. Es ist also ratsam, im Sommer genügend Vitamin D-Speicher aufzubauen und im Winter anschließend zu supplementieren. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, den Status einmal im Jahr zu überprüfen und nach Rücksprache mit einem Arzt zu halten.

Die Gefahr einer Vitamin D-Überdosierung

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und wird somit im Fettgewebe des Körper gespeichert. Wenn man das Vitamin überdosiert, kann es tatsächlich zu einer Vitaminvergiftung kommen. Es kann dabei zu einer Verkalkung der Leber, Nieren oder Blutgefäße kommen. Eine Supplementierung über die empfohlene Tagesdosis kann somit durchaus gefährlich sein.

Umso wichtiger ist es also, den aktuellen Vitamin D-Status über einen Bluttest festzustellen bevor man das Vitamin in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nimmt. Die Dauer und der Umfang der Supplementierung sollte dann im besten Fall in Ansprache mit deinem Arzt erfolgen.

Aktuelle Studie zu Vitamin D & Gewichtsabnahme

Eine relativ neue Studie der American Society for Nutrition aus dem Jahr 2014 hat den Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Vitamin D, der Körperzusammensetzung, dem Insulinspiegel und dem Vorkommen von C-reaktiven Protein (CRP) bei Frauen überprüft. Interessanterweise kam diese Studie zum Ergebnis, dass die Supplementierung von Vitamin D bei den Frauen keinen Einfluss auf irgendeinen Faktor der Gewichtsabnahme hatte. Jedoch weist die Studie auch darauf hin, dass Frauen mit einem größeren Sättigungsgefühl bessere Ergebnisse bei der Gewichtsabnahme erzielten.

Wie man leicht erkennen kann, ist die Studienlage bislang noch unklar. Fest steht allerdings, dass es bei einer Überdosierung von Vitamin D zu Vergiftungserscheinungen kommen kann. Jedoch ist auch ein Mangel an Vitamin D gefährlich, vor allem wenn dieser über mehrere Jahre hinweg anhält. Wenn du also unsicher bist, lässt du am besten deinen Vitamin D-Status im Labor prüfen und hältst anschließend Rücksprache mit einem erfahrenen Arzt. Eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung kann dich außerdem dabei unterstützen, genügend natürliches Vitamin D zu tanken.

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