Functional Range Conditioning (FRC) für bessere Beweglichkeit

Ausgiebiges Dehnen sorgt für eine bessere Beweglichkeit, das ist kein Geheimnis. Während sich viele fragen, zu welchem Zeitpunkt man dehnen sollte, ist die weitaus wichtigere Frage wie man überhaupt effektiv dehnen und so für eine bessere Regeneration sorgen kann. Yoga ist ein wunderbarer Start, die wissenschaftliche Antwort lautet „Functional Range Conditioning“, kurz FRC.

Bessere Beweglichkeit

Mit dem Aufschwung von CrossFit wurde auch das Trainieren von Beweglichkeit, oft als „Mobility“ bezeichnet, immer bekannter. Dieser Begriff wird aber oft in einem falschen Zusammenhang benutzt. Beweglichkeit sollte für eine aktive Kontrolle über die „Range of Motion“ (ROM) bzw. den Bewegungsumfang stehen. Eine gute Beweglichkeit schützt uns vor Verletzungen und hält uns bis ins hohe Alter fit.

Mit einer besseren Beweglichkeit können auch sämtliche Übungen im Krafttraining wie beispielsweise Kreuzheben und Kniebeugen effizienter umgesetzt werden. Und damit lassen sich auch bessere Kraftzuwächse erzielen.

Beweglichkeit statt Flexibilität

Oftmals verbindet man mit einer besseren Beweglichkeit eine höhere Flexibilität, also eine erweiterten Bewegungsumfang (ROM). Die Erweiterung der Flexibilität führt aber nicht gleichzeitig zu Fortschritten in der Beweglichkeit. Denn schließlich muss man den dazu gewonnen Bewegungsumfang auch kontrollieren können.

Anstatt also die Flexibilität zu erweitern, solltest du viel eher auf eine volle Kontrolle deiner bereits vorhandenen Flexibilität achten. Mit Functional Range Conditioning (FRC) gelingt genau das. So ist es beispielsweise auch möglich, gleichzeitig kraftvoll, stabil und kontrolliert tiefer in die Kniebeuge zu gehen.

Functional Range Conditioning

Das Functional Range Conditioning-Programm wurde von Dr. Andreo Spina entwickelt und wird bereits in vielen CrossFit-Boxen in den USA und in der Arbeit mit Elite-Athleten eingesetzt.

Die drei Säulen von Functional Range Conditioning:

  • Beweglichkeit (Mobility)
  • Stärkung der Gelenke
  • Körperkontrolle

Es baut auf wissenschaftliche Erkenntnisse auf und kann zur Zeit in einem zweitätigen Seminar erlernt werden.

Das einzigartige an dem FRC-Programm ist der Fokus auf die eigene Beweglichkeit und die Kontrolle darüber. Andere Flexibilitäts-Programme setzen stattdessen in der Regel auf reines Dehnen. Mit FRC wird die volle Kontrolle über die eigene Beweglichkeit, welche bisher eher nur Pilates-, Ballett- und Yoga-Lehrer vorenthalten war, der breiten Masse zugänglich gemacht. Ein gutes Beispiel zeigt das folgende Video.

2 comments

  1. Functional Range Conditioning oder neuer Wein in alten Schläuchen. FRC ist ein sehr vielversprechender Ansatz, der auch nachweislich in der Praxis funktioniert. Was aber daran einzigartig und neu sein soll verstehe ich nicht. Diese Methode ist doch schon seit langem unter dem Begriff der CHRS-Methode (contract, hold, relax, stretch) bzw. zu Deutsch Anspannungs-Entspannungs-Dehntechnik (AED) bekannt und gut dokumentiert.

    Kelly Starret, Steve Maxwell und viele andere Top-Coaches lehren dieses Modell von Mobilität ebenfalls seit vielen Jahren. Neu ist aber, dass nun immer mehr Studien für die Effektivität dieser Methode sprechen und auch die Ausdifferenzierung der Methode im FRC Konzept verdient besonderer Beachtung. Von daher: Wer als Trainer tätig ist und heute immer noch hauptsächlich passiv & statisch dehnt, hat definitiv den Zug verpasst und sollte sich schnellstens mit den Methoden der FRC auseinandersetzen. Also bitte mehr Blogs und Beiträge zu dem Thema! 🙂

    Einige etwas ältere Quellen als Beleg dafür, dass die Methoden oldies (but goldies) sind 😉 …
    Wydra, G., K. Bös, and G. Karisch. „Zur effektivität verschiedener Dehntechniken.“ Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 42.9 (1991): 386-400.
    Sölveborn, 1983: https://books.google.de/books?id=eszqAQAACAAJ

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