Auf der Suche nach Alternativen zu Binden und Tampons bist du sicher schon auf die Menstruationstasse gestoßen. Wenn nicht, hier eine kurze Erklärung: Eine Menstruationstasse ist ein kleines Behältnis aus medizinischem Silikon oder Kunststoff, das während der Periode in die Vagina eingeführt wird und auf hygienische Weise das Menstruationsblut auffängt. An sich eine geniale Erfindung, jedoch sollte man darauf achten, eine wirklich passende Menstruationstasse zu finden. Denn nur so kann man auch dauerhaft damit glücklich werden. Ich gebe dir deshalb in diesem Artikel einen Überblick, worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Der Beckenboden macht den Unterschied

Viele Hersteller bieten zwei Varianten ihrer Menstruationstassen an: eine für junge Frauen unter 30 und eine für Frauen über 30 oder Frauen, die bereits geboren haben. Ganz so einfach ist die Differenzierung jedoch nicht. Frauen kann man nämlich nicht so einfach in zwei Lager unterteilen. Es gibt auch junge Frauen mit schlechtem Beckenboden und ältere Frauen mit einem sehr guten Beckenboden. Ausschlaggebend kann dabei sein, ob du Sport oder Yoga machst und wenn du bereits vaginal geboren hast, ob du einen Rückbildungskurs besucht hast.

Du kannst die Stärke deines Beckenbodens mit einem leichten Trick überprüfen: führe einen Finger ein und spanne den Beckenboden an (das ist die gleiche Bewegung als würdest du Harn zurückhalten). Spürst du am Finger die Kontraktion? Gratuliere, dann ist dein Beckenboden sehr gut in Form! Je besser der Beckenboden, desto härter sollte die Tasse sein. Für einen nicht so guten Beckenboden eignet sich eine weichere Tasse. Zu weiche Tassen können jedoch undicht werden, wenn sie sich durch die Stärke des Beckenbodens nicht richtig entfalten können oder werden von diesem gequetscht. Ist die Tasse zu hart für dich, spürst du eventuell einen Druck im Bauch oder an der Blase, vielleicht musst du sogar öfters auf die Toilette. Ist die Tasse zu hart und dein Beckenboden nicht so gut, kann es sein, dass du sie nicht halten kannst und sie nach unten rutscht oder du sie sogar verlierst (das kann besonders dann passieren, wenn du gerade auf der Toilette bist).

Hier einige Anhaltspunkte, um die Stärke deines Beckenbodens zu bestimmen:

  • Schlechter Beckenboden: Du verlierst leicht Harn (beim Niesen, Hüpfen oder wenn du dringend auf die Toilette musst) und spürst am Finger keine Kontraktion.
  • Mittelmäßiger Beckenboden: Du verlierst in absoluten Extremsituationen etwas Harn und spürst etwas bis gar nichts von der Kontraktion an deinem Finger.
  • Guter bis sehr guter Beckenboden: Du verlierst so gut wie bis absolut nie Harn und spürst auch ganz deutlich Kontraktionen an deinem Finger.

Wenn du bereits ein oder mehrere Kinder geboren hast, wirst du höchstwahrscheinlich trotzdem eine größere Tasse benötigen, weil deine Vagina durch die Geburten etwas breiter wurde. Am besten fragst du deinen Frauenarzt um Rat, wenn du dir nicht ganz sicher bist.

Der wandernde Muttermund

Während deines Zyklus kann sich die Lage deines Muttermunds stark verändern. Würdest du also der Meinung sein, dein Muttermund sitzt eher hoch weil das an periodenfreien Tagen so der Fall ist, muss dass das noch lange nicht heißen, dass das auch auf deine Periode zutrifft. In dieser Zeit kann dein Muttermund besonders tief sitzen. Am besten misst du deinen Muttermundstand während einer ganzen Periode täglich jeweils morgens und abends.

Dafür führst du einen Finger (am besten den Mittelfinger, da dieser am längsten ist) ein und versuchst, deinen Muttermund zu ertasten. Dieser fühlt sich in etwa wie eine feuchte Nasenspitze mit einem kleinen Loch in der Mitte an. Hast du ihn gefunden, merke dir die Stelle deines Fingers, der herausschaut und miss die Länge von der Fingerspitze bis zu dieser Stelle mit einem Lineal oder Maßband ab. Merke dir den längsten und kürzesten Wert, so lange wie der kürzeste Wert muss deine Menstruationstasse mindestens sein.

Die Stärke deiner Blutung

Auch die Stärke deiner Blutung kann für die Auswahl sehr wichtig sein. Menstruationstassen haben ein durchschnittliches Fassungsvermögen von rund 15 bis 40 Milliliter. Die Tasse kannst du bis zu 12 Stunden am Stück tragen. Jetzt musst du also etwas rechnen. Sieh dir an, welches Fassungsvermögen die Tampons oder Binden haben, die du aktuell verwendest. Dann multiplizierst du diesen Wert mit der Menge der Produkte die du pro 12 Stunden benötigst. Das wäre nun das optimale Fassungsvermögen für dich. Ist die Tasse kleiner, musst du untertags einmal entleeren. Ist das Fassungsvermögen höher, ist das kein Problem, du solltest sie aber trotzdem nach 12 Stunden entleeren und kurz ausspülen.

Meine persönlichen Menstruationstassen-Favoriten

Ich habe schon einige, verschiedene Marken bzw. Hersteller ausprobiert und so Erfahrungen gesammelt. Dabei hat sich für mich als absoluter Favorit der Divacup herauskristallisiert. Ich besitze diesen in beiden Größen und wechsle je nach Blutungsstärke. Eine Menstruationstasse wird übrigens oft auch als „Cup“ bezeichnet. Auch die Lunette ist eine sehr hochwertige Tasse und passt vielen Frauen. Mir persönlich war sie nur etwas zu kurz, die Qualität hat mich aber jedenfalls überzeugt. Der Ruby Cup ist ein Allrounder und auch für sehr junge Mädchen geeignet. Außerdem spendet man durch den Kauf ein Exemplar für ein Schulkind in Afrika. Eine der weichsten Tassen am Markt gibt es von Luvurbody, die härteste Tasse gibt es von Yuuki (Achtung: hier ist selbst die Variante „soft“ schon härter als die meisten anderen Tassen).

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2 Kommentare

  1. Hallo, hast du zufällig schon Erfahrung mit der Menstruationtasse von Organicup? Bei mir ploppt diese leider nicht auf :/ hast du Ideen, an was das liegen könnte?
    Liebe Grüße, Melanie

  2. Hallo Melanie,

    ich hatte den Organicup noch nicht selbst in der Hand, habe aber von vielen Seiten gehört, dass er wohl sehr weich sein soll und somit für mittelstarken bis starken Beckenboden nicht geeignet ist. Vielleicht ist auch bei dir das Problem, dass dein Beckenboden zu stark ist?

    Liebe Grüße,
    Katharina

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