Kaffee

Warum Kaffee müde macht

Kaffee bringt das Nervensystem auf Hochtouren und sorgt somit für einen angenehmen Kick. Qualitativ hochwertiger, unbehandelter Bio-Kaffee kann sogar ein Lieferant von gesunden Antioxidantien sein. Allerdings hat der Konsum von Kaffee auch Auswirkungen auf unsere Schlafqualität. Wir decken auf, warum schon eine Tasse Kaffee deinen Schlaf negativ beeinflusst.

Kaffee ist kein Energielieferant

Das Koffein, das im Kaffee enthalten ist, stellt dem Körper keine nachhaltige Energie zur Verfügung. Anstatt dem Körper also Energie in Form von Nahrung zuzuführen (wie es beispielsweise Kohlenhydrate machen), beeinflusst das Koffein im Kaffee dein Nervensystem.

Den gesamten Tag über wird von den Neurotransmittern im Gehirn das Nebenprodukt Adenosin produziert. Dieses blockiert die Ausschüttung von sämtlichen belebenden und aktivierenden Neurotransmittern wie Dopamin oder Noradrenalin.

So wird man über den Tag müde und entspannt da die aktivierenden Impulse bis zum Abend weniger werden. Das wiederum ist für unseren natürlichen Schlafrhythmus essentiell, denn nur so sind wir dann am Abend müde genug, um einen erholsamen Schlaf zu bekommen.

Kaffeegenuss & Schlafrhythmus

Eine besondere Eigenschaft von Koffein, wie es im Kaffee enthalten ist, ist die Fähigkeit, sich an den Rezeptoren für Adenosin festzusetzen. Die Rezeptoren sind damit nach dem Kaffeegenuss blockiert.

Wären diese Rezeptoren mit natürlichem Adenosin versorgt, so würdest du auf natürliche Art und Weise müde werden. Koffein hingegen verhindert diesen natürlichen Prozess. Stattdessen arbeitet das Gehirn und das Nervensystem auf Hochtouren ohne die benötigte Erholung zu bekommen.

Kaffee ist wie ein Kredit

Durch den Konsum von Kaffee erhältst du also keine Energie, du zögerst den Schlaf nur künstlich hinaus. Durch das Koffein wird auch dein Hormonsystem beeinflusst. Das Stresslevel steigt über eine höhere Cortisol-Ausschüttung und den Körper überarbeitet sich, da er die natürliche Müdigkeit nicht wahrnimmt. Kaffee ist also eher wie ein Kredit, den fehlenden Schlaf bzw. die fehlende Erholung musst du dann also auch in der Zukunft zurückzahlen.

Halbwertszeit von Kaffee

Das in Kaffee enthaltene Koffein hat eine Halbwertszeit von fünf bis acht Stunden. Nach dieser Zeit ist also nur die Hälfte des Koffeins abgebaut. Es kann also mehrere Tage dauern, bis das Koffein im Körper komplett abgebaut ist. Selbst wenn du deinen Kaffee acht Stunden vor dem Bettgehen trinkst, kann er somit deinen Schlaf beeinflussen.

Kaffee kann unsere Schlafqualität negativ beeinflussen.

Genussmittel oder Droge?

Für einen erholsamen Schlaf und einen möglichst natürlichen Tagesrhythmus, wäre es am besten, wenn wir komplett auf koffeinhaltige Lebensmittel wie Kaffee verzichten. Vor einem anstrengenden Training oder während einem langen Arbeitstag kann Kaffee jedoch ein effektiver Muntermacher sein. Für viele Menschen ist das köstliche, schwarze Heißgetränk auch viel mehr als nur ein Aufputschmittel. Es ist damit auch ein besonderes Genussmittel.

Du solltest also zunächst deine Beziehung zu Kaffee überdenken. Gönnst du dir manchmal einen Kaffee weil er dir schmeckt und weil du die Kaffeekultur schätzt oder trinkst du täglich Kaffee, um dich wach zu halten?

Wenn du das Koffein jeden Tag benötigst, um wach und produktiv zu bleiben oder dein Konsum stetig steigt um dein Energielevel zu halten, solltest du auf jeden Fall versuchen, weniger Kaffee zu trinken.

Tipp: Wenn du gerne Kaffee trinkst, solltest du auch auf die richtige Zubereitung achten. Mehr dazu liest du in unserem Artikel: Kaffee gesund & richtig kochen.

Besser schlafen mit weniger Kaffee

Mit weniger Kaffee erzielst du einen besseren, erholsameren Schlaf. Dieser wiederum führt zu einem höheren Energielevel am Tag. Sobald du also einen möglichst stressfreien Zeitraum von zwei bis drei Wochen zur Verfügung hast, solltest du vorübergehend komplett auf Kaffee und andere koffeinhaltige Lebensmittel verzichten.

In den ersten Tagen kannst du direkt nach dem Aufstehen noch eine Tasse grünen oder schwarzen Tee trinken, um die Entwöhnungseffekte möglichst gering zu halten. Während deiner koffeinfreien Zeit solltest du außerdem möglichst viel Wasser trinken und dich ausgewogen ernähren.

Wenn du (wieder) das Gefühl hast, dass Kaffee ein Genussmittel für dich ist und du nicht auf das Koffein angewiesen bist, um produktiv zu sein, dann steht dem Kaffeegenuss nichts mehr im Weg.

Manche Menschen schwören auf einen “Kaffee-Rhythmus” von 2:3. Das bedeutet, dass du an zwei Tagen Kaffee trinkst und an den drei darauf folgenden Tagen kein Koffein zu dir nimmst. Dieser Rhythmus gibt deinem Körper die Chance, das Koffein komplett abzubauen.

2 Kommentare
  1. Also ich trinke lieber hochwertigen Kaffee und das aus Genussgründen, so 2-3 mal in der Woche. Mal ein Stück Kuchen dazu geht auch. Früher habe ich mal sehr viel Tee getrunken, aber jetzt bin ich davon abgekommen. Wenn ich Kaffee trinke genieße ich das sehr!

    1. Das klingt wunderbar! Ich habe schon mal über zwei Jahre komplett auf Kaffee verzichtet, möchte aber heute den Genuss von einem guten Espresso nicht vermissen. 🙂

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