Chia Samen werden bereits seit über 5.000 Jahren gegessen. Sie sind als Grundnahrungsmittel der Maya und Azteken bekannt und haben gemeinsam mit anderen „Superfoods“ in den letzten Jahren Einzug in unsere Küche gefunden. Chia Samen besitzen eine Menge Omega 3 und Ballaststoffe und sollen helfen, Entzündungen zu hemmen. Die Mayas sollen die kleinen Samen als Heilmittel eingesetzt haben. Leinsamen gelten als europäisches Gegenstück zu den Chia Samen, werden aber oft als weniger gesundheitsfördernd dargestellt. Doch was ist dran an den Chia Hype? Sind Chia Samen wirklich gesünder als Leinsamen?

Allheilmittel Chia Samen?

Oft liest man von den vielseitigen Wirkungen der Chia Samen. Sie sollen Entzündungswerte senken, das Cholesterin verbessern und sogar den Blutdruck senken. Außerdem sollen die Samen bei Diabetes, Sodbrennen, Reizdarm und Schliddrüsenprobleme hilfreich sein.

Eine Studie aus 2012 beweist jedoch das Gegenteil: Täglich zwei Esslöffel ganze Chia Samen über einen Zeitraum von zehn Wochen zeigte keine Auswirkungen auf den Omega 3-Status und auch keine Veränderung im Cholesterin, Blutzucker, Blutdruck sowie bei den Entzündungswerten und dem Körperfettanteil. Sobald die Chia Samen jedoch gemahlen wurden, konnte ein Anstieg der kurz- und langkettigen Omega 3-Fettsäuren beobachten. Die anderen versprochen Wirkungen blieben jedoch ebenso aus.

Eine früher Studie zeigte eine Senkung der Entzündungswerte durch Chia Samen, jedoch scheint diese Studie nicht aussagekräftig genug zu sein. Denn der Kontrollgruppe wurden Weizenkleie anstatt der Chia Samen verordnet. Daher kann man auch keine Rückschlüsse über die Unterschiede der Entzündungswerte ziehen. Denn die Studie hat sehr isoliert betrachtet gezeigt, dass sich die Entzündungswerte der „Weizen-Kontrollgruppe“ verschlechtert.

Ist glutenfrei wirklich gesünder? Hier erfährst du mehr: Warum eine glutenfreie Ernährung schädlich sein kann.

Sind Leinsamen ein regionales Superfood?

Die braunen oder goldgelben Leinsamen werden in Europa auch bereits seit Jahrtausenden angebaut und verzehrt. Sie bestehen aus rund 25% Ballaststoffe und 30 bis 50% Fett. In der traditionellen Heilkunde werden sie oft in geschroteter Form gegen Verstopfungen eingesetzt. Damit Leinsamen ihre wertvollen Nährstoffe an den Körper abgeben können sollten sie generell gemahlen bzw. geschrotet werden. Ähnlich also wie Chia Samen. Die verarbeiteten Samen halten dann jedoch nur für kurze Zeit, da sie sonst ranzig werden. Leinsamen haben auch gute Ergebnisse bei Reizdarm gezeigt, aussagekräftige Studien fehlen dazu aber noch. Auch äußerlich werden Leinsamen gerne als Umschläge bei Entzündungen der Haut verwendet.

Leinsamen oder Chia Samen – Was ist gesünder?

Chia Samen halten ihren Versprechungen laut aktuellem Stand der Wissenschaft nicht stand. Demnach kann man beruhigt auch zur lokalen Alternative, den Leinsamen, greifen. Bei Leinsamen ist außerdem der Lignan-Gehalt etwa 15 mal so groß als bei den Chia Samen, welcher für eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs spricht. Chia Samen enthalten mehr Antioxidantien und halten so länger frisch als gemahlene Leinsamen. Und natürlich sind Chia Samen eine willkommene Abwechslung in der Küche und auch ein wunderbarer Ersatz für Eier. Wer von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren möchte, sollte die Samen jedoch zuvor vermahlen. Generell empfiehlt es sich, aber nicht auf den Omega 3-Gehalt der Chia Samen zu vertrauen, sondern auf andere, natürliche Quellen zurückzugreifen.

Quellen & Links

Keine Neuigkeiten mehr verpassen!

Jetzt für unseren kostenlosen Newsletter anmelden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*