Bei konventionell angebautem Obst und Gemüse aus dem Supermarkt ist leider eine Behandlung mit Pestiziden üblich. Davon hast du bestimmt bereits gehört. Doch was kannst du dagegen tun? Reicht das Abwaschen von Obst und Gemüse überhaupt? Wir haben die wichtigsten Antworten für dich gesammelt!

Schützt Abwaschen oder Schälen vor Pestiziden?

Pestizide werden auf die äußere Schicht (Haut oder Schale) von Obst und Gemüse gesprüht. Oft wird daher ein grober Denkfehler begangen: durch Abwaschen oder Schälen sollen die Pestizide verschwinden. Leider ist dem aber nicht so. Denn die Haut bzw. Schale bildet keine sichere Schutzschicht für das Innere der Früchte. Viele Pestizide sind sogar so entwickelt worden, um in das Innere vorzudringen. So soll Obst und Gemüse besser vor Ungeziefer geschützt werden.

Dickere Schalen können möglicherweise eine bessere Schutzschicht vor den Pestiziden bilden. In diesem Zusammenhang kennst du vielleicht die sogenannten „Dirty Dozen“ und die „Clean Fifteen“. Diese Listen geben dir eine grobe Empfehlung, was du unbedingt in Bio-Qualität kaufen solltest, um dich vor Pestiziden zu schützen. Die Dirty Dozen sollten demnach immer in Bio-Qualität gekauft werden, bei den Clean Fifteen kann man auch zu konventionellen Anbau greifen.

Dirty Dozen

  1. Erdbeeren
  2. Spinat
  3. Nektarinen
  4. Äpfel
  5. Pfirsiche
  6. Birnen
  7. Kirschen
  8. Weintrauben
  9. Sellerie
  10. Tomaten
  11. Paprika
  12. Kartoffeln

Quelle: EWG.org

Clean Fifteen

  1. Mais
  2. Avocados
  3. Ananas
  4. Kohl
  5. Zwiebeln
  6. Erbsen (gefroren)
  7. Papayas
  8. Spargel
  9. Mangos
  10. Auberginen
  11. Honigmelonen
  12. Kiwis
  13. Zuckermelonen
  14. Blumenkohl
  15. Grapfruits

Quelle: EWG.org

Richtig abwaschen

Äpfel gehören beispielsweise der Liste zufolge zu den Dirty Dozen. Man sollte sie daher ausschließlich in Bio-Qualität konsumieren. Was jedoch, wenn du einen konventionellen Apfel essen oder weiterverarbeiten möchtest? Eine neue Studie hat herausgefunden, dass eine Mischung aus Backpulver die Pestizide zuverlässiger entfernt als reines Wasser. Das gilt jedoch nur, wenn man die Backpulver-Mischung für 15 Minuten einwirken lässt. Sicherer ist das Schälen der Äpfel, doch dadurch gehen wiederum viele wertvolle Nährstoffe verloren.

Salatschleuder

Es wäre naheliegend, dass durch eine Salatschleuder Pestizide besser abgewaschen werden als beim herkömmlichen Waschen unter dem Wasserhahn. Jedoch birgt die Salatschleuder im Vergleich sogar eine zusätzliche Gefahr. Denn durch das Schleudern verteilen sich die Pestizide auf den gesamten Inhalt, was kontraproduktiv sein kann. 60 Sekunden unter dem Wasserhahn funktionieren dagegen laut einer Studie aus dem Jahr 2000 mindestens gleich gut. Das Waschen mit Seife bringt übrigens keine Vorteile gegenüber dem Reinigen mit purem Wasser.

Gemüsebürste

Eine gute Gemüsebürste kann helfen, die Pestizide von der Oberfläche gründlich zu beseitigen. Jedoch nur unter fließendem Wasser und entsprechenden Aufwand. Das Innere von pestizidbelasteten Obst und Gemüse wird dadurch aber natürlich nicht von Pestiziden befreit. Am besten orientiert man sich daher an der Dirty Dozen-Liste und greift sicherheitshalber zu biologisch angebauten Obst und Gemüse.

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