Vitamin D-Mangel: Symptome erkennen

Vitamin D-Mangel: Symptome erkennen

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Vitamin D erfüllt in unserem Körper eine Vielzahl von Funktionen. Ein Mangel kann sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Besonders ein schleichender Mangel über Jahre hinweg kann langfristig schwerwiegende Folgen wie Osteoporose mit sich bringen. Damit du einen Vitamin D-Mangel so früh wie möglichst erkennst, haben wir die wichtigsten Symptome für dich zusammengefasst.

Vitamin D ist ein besonders kritisches Vitamin, da es als Prohormon für die Produktion des Hormons Calcitriol essentiell ist. Dieses spielt eine tragende Rolle beim Aufbau von Knochen, da es für die Aufnahme von Kalzium aus Darm und Niere verantwortlich ist. Es wird zudem vermutet, dass Vitamin D in unseren Zellen die Expression von mehr als 2.000 Genen steuert. Damit hat das Sonnenvitamin auch Einfluss auf viele andere Körperfunktionen. Vor allem am Immun- und Hormonsystem soll das Vitamin beteiligt sein. Die Zusammenhänge werden zur Zeit jedoch noch im Detail erforscht.

Die Bezeichnung “Vitamin D” kann etwas irreführend sein, da es primär über die Sonnenstrahlung auf die Haut gebildet wird. Der tägliche Bedarf kann in der Regel über 15 bis 30 Minuten Sonnenlicht gedeckt werden. Hierzu muss die Sonne aber ungehindert auf die Haut einwirken können. Die Hälfte der deutschen Bevölkerung weißt laut einer Studie des Robert Koch Instituts einen Vitamin D-Mangel auf. Was daran liegen dürfte, dass unsere Haut vor allem im Winter kaum Sonnenlicht abbekommt und wir uns im Sommer mit Sonnencreme schützen.

Die Bildung von Vitamin D über die Haut hängt zudem von Faktoren wie Alter, Sonnenintensität und Hautpigmentierung ab. Die Vitamin D-Zufuhr über die Nahrung kann stark schwanken und gilt als eher unzuverlässig. Bei uns in Mittel- und Nordeuropa ist daher eine Supplementierung von Vitamin D erforderlich.

Symptome eines Vitamin D-Mangels

Da sich ernsthafte Erkrankungen erst nach mehreren Jahren zeigen können, solltest du die ersten Symptome eines Vitamin D-Mangels unbedingt ernst nehmen. Ein leichter oder moderater Mangeln an Vitamin D ist schwer festzustellen. Vor allem im Winter sollte man, um sicherzugehen, den Vitamin D-Status vom Arzt kontrollieren lassen.

Grundsätzlich sind die Symptome sehr unterschiedlich und können in vier Teilbereiche unterteilt werden. Besonders gefährdet sind dabei stets Säuglinge und ältere Menschen.

Allgemeine Gesundheit

  • Konzentrationsschwierigkeiten (Leistungsabfall)
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schlechte Wundheilung
  • Schwindel

Immunsystem

  • Allgemeine Immunschwäche
  • Anfälligkeit für Infekte
  • Atemwegserkrankungen

Knochen & Muskeln

  • Anfälligkeit für Knochenbrüche
  • Knochen- und Muskelschmerzen
  • Muskelschmerzen (Krämpfe)
  • Muskelschwäche
  • Osteomalazie (bei Erwachsenen)
  • Osteoporose (Kochenschwund)
  • Rachitis (Englische Krankheit)

Nerven

  • Demenz
  • Depression
  • Neurologische Erkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen

Wie erkennt man einen Vitamin D-Mangel?

Um einen Mangel an Vitamin D festzustellen, ist ein Bluttest bei einem fachkundigen Arzt erforderlich. In der Regel wird dann die Serumkonzentration von 25-Hydroxy-Vitamin D (auch als Vitamin D 25-OH bezeichnet) getestet, für welche im deutschsprachigen Raum folgende folgende Grenzwerte gelten:

  • Optimal: über 30 ng/ml
  • Ausreichend: 20 bis 29 ng/ml
  • Mangel: 10 bis 19 ng/ml
  • Schwerer Mangel: unter 10 ng/ml
  • Obergrenze: 100 ng/ml
  • Toxisch: über 150 ng/ml

Auf dem Befund wird oft auch ein optimaler Bereich von 30 bis 70 ng/ml angegeben. Der Bluttest kostet zwischen 30 und 50 Euro.  Viele Krankenkassen erstatten diesen Betrag aber zurück. Vor allem im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung kann der Vitamin D-Test sehr einfach durchgeführt werden.

Von Selbsttests für zu Hause ist abzuraten, da diese oftmals ungenaue Ergebnisse liefern. Die genannten Symptome können jedoch auch bei vielen unterschiedlichen Nährstoff- und Vitaminmängeln auftreten. Daher ist es sinnvoll, auch andere Vitamine und kritische Nährstoffe zu testen.

Vitamin D Bluttest
Um den Vitamin D-Status zu erheben, wird die Serumkonzentration von 25-Hydroxy-Vitamin D im Blut ausgewertet.

Wie behandelt man einen Vitamin D-Mangel?

Die Behandlung ist in der Regel sehr einfach. Bei einem leichten bis moderaten Mangel reicht die Nahrungsergänzung mit Vitamin D-Präperate (Tropfen oder Tabletten) aus. Die Therapie bei einem niederigem Vitamin D-Spiegel Mangel wird vom Arzt individuell festgelegt.

Allgemein ist beim Supplementieren von Vitamin D eine Kombination aus Vitamin D3 und Vitamin K2 empfehlenswert, da sich beide Vitamine gut ergänzen und gegenseitig verstärken. Bevor du eine erhöhte Dosis an Vitamin D supplementierst, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Dosierung besprechen, da eine Überdosierung toxisch wirken kann (Vitaminvergiftung).

Vitamin D & Knochengesundheit

Da Vitamin D die Aufnahme von Kalzium und Phosphor steuert, führt ein Vitamin D-Mangel schon nach kurzer Zeit zu einem Kalziummangel. Der Körper ist dabei nicht in der Lage, Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen. Das führt dazu, dass der Körper Kalzium aus den Knochen herauslöst. Schlussendlich kommt es so zu einer Demineralisierung der Knochen. So werden die Knochen brüchig und weich.

Vitamin D & Knochengesundheit
Ein Mangel an Vitamin D wirkt sich vor allem auf die Knochengesundheit aus.

Ein Vitamin D-Mangel kann sich also äußerst negativ auf die Knochengesundheit auswirken. Bei Kindern äußert sich ein Mangel durch Rachitis, welche zu Missbildungen der Knochen führen kann. Aber auch bei älteren Menschen kann ein Mangel an Vitamin D schwerwiegende Folgen haben. Die Symptome sind vor allem Osteoporose und Osteomalzie.

Vitamin D & Depression

Du weißt bestimmt aus eigener Erfahrung, wie sehr die Sonne unsere Stimmung beeinflussen kann. Sind wir im Sommer an der frischen Luft unterwegs, so fühlen wir uns voller Energie. Im Winter tritt dann oft eine Winterdepression ein. Der aktuelle Forschungsstand beweist, dass Depressionen mit einem Vitamin D-Mangel zusammenhängen können. Die Ursache ist dabei nicht der Mangel an Sonnenlicht, sondern der Mangel an Vitamin D. Eine Studie mit über 8.000 Teilnehmern hat in diesem Zusammenhang gezeigt, dass ein Vitamin D-Mangel das Risiko, an einer Depression zu erkranken, um 200% erhöhen kann. Vitamin D spielt also eine tragende Rolle, Depressionen vorzubeugen und zu behandeln.

Vitamin D-Mangel vorbeugen

Spätestens nachdem du diesen Artikel gelesen hast, sollte dir bewusst sein, wie ernstzunehmend die Folgen eines Vitamin D-Mangels sein können. Zum Glück kann ein Mangel sehr einfach vorgebeugt werden.

Spätestens ab April solltest du dich täglich 15 bis 30 Minuten im Sonnenlicht aufhalten, um die Vitamin D Produktion anzukurbeln. Unabhängig davon, kann aber auch im Sommer das Supplementieren von Vitamin D3 sinnvoll sein. Spätestens ab Oktober solltest du jedoch in unseren Breitengraden ausreichend Vitamin D supplementieren. Generell sollte die Einnahme von Vitamin D jedoch von einem Arzt beaufsichtigt werden.

Quellen

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