Immer wieder liest man, dass zu viel Fruktose ungesund sein kann. Daraus resultieren oftmals Empfehlungen, nicht zu viel Obst zu essen. Doch gibt es wirklich eine Obergrenze für Obst? Und welche Rolle spielt dabei Fruktose? Wir haben uns den aktuellen Stand der Forschung näher angesehen.

Auswirkung von Obst auf den Blutzucker

Die Meinung, Obst treibe den Blutzuckerspiegel in die Höhe, ist aufgrund von Ernährungstrends wie Low Carb sehr weit verbreitet. Einer Studie aus 2012 zufolge kann eine kleine Portion Fruktose (also Obst) zu einer Mahlzeit allerdings sogar den Blutzuckerspiegel stabilisieren (vermindern). Dabei wurden etwa 10g Fruktose zu jeder Mahlzeit als eine Art Katalysator eingesetzt. Das zeigt einmal mehr, dass das Problem nicht der Fruchtzucker oder das Obst ist, sondern der Konsum von industriell verarbeiteter Fruktose. High-Fructose-Corn-Sirup und ähnliche raffinierte Zucker sind die Wurzel der Probleme wenn es um den Blutzuckerspiegel geht.

Obst & Diabetes

Oftmals wird Diabetikern empfohlen, ihren Zuckerkonsum und damit auch das Obst in ihrer Ernährung zu reduzieren. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch viele Empfehlungen, dass Diabetiker zu ballaststoffreicher Nahrung und auch zu Obst greifen sollten, da Obst viele gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzt. Eine medizinische Studie aus Dänemark hat an Diabetes erkrankte Personen in zwei zufällig ausgewählte Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe durfte maximal zwei Portionen Obst zu sich nehmen, die andere Gruppe musste mindestens zwei Portionen am Tag essen. Nach dem Testzeitraum hat sich gezeigt, dass der Obstkonsum keine Auswirkung auf das Diabetes oder auf das Körpergewicht hatte. Daher gilt auch die Empfehlung, wer Typ 2 Diabetes hat, sollte wenn möglich nicht auf Obst verzichten.

Die Obergrenze für den Obstverzehr

Die große Frage – vor allem sobald man sich mit höherem Kohlenhydratanteil (High Carb) ernährt – ist nun, ob es eine Obergrenze für den Konsum von Obst gibt? Wenn es nach den Harvard Health Letter geht, ist Fruktose und Zucker nur dann ein Problem sobald es der Nahrung (künstlich) hinzugefügt wird. Obst hingegen ist in so gut wie jeder Menge vorteilhaft für unsere Gesundheit. Die Menge ist dabei nicht genauer definiert.

Eine kanadische Studie hat sich dieser Unklarheit angenommen und 17 Personen dazu angeleitet, 20 Portionen Obst (und zusätzlich 44 Portionen Gemüse) am Tag zu essen. Das bedeutet rund 200g Fruktose am Tag (umgerechnet etwa zwei Liter Cola). Das Endergebnis ist äußerst überraschend: Der hohe Fruktosekonsum hatte nach drei bis sechs Monaten keinerlei Auswirkungen auf Körpergewicht, Blutdruck, Insulin oder Lipidwerte. Im Gegensatz sank sogar das LDL Cholesterin. Einziger Nachteil: die Teilnehmer der Studie mussten überdurchschnittlich oft auf die Toilette.

Quellen & Links

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